Manifest

feminism peace anarchy

Mein Manifest

Ich glaube, dass jeder Mensch…

…über Kreativität verfügt. Wir alle spielen, lösen Probleme und denken über uns selbst und die Menschen um uns her nach – jede_r im Rahmen der eigenen Möglichkeiten..

…das Ausleben von Kreativität braucht, um sich wohlfühlen zu können. Kreativität ist ein Produkt von Freiheit und der immer gleiche, erzwungen restriktive, erzwungen gedankenlose, erzwungen fruchtlose Tagesablauf macht auch die widerstandsfähigste Person auf Dauer unglücklich..

…erzählen kann und ein Recht darauf hat, die eigenen Erzählungen festzuhalten. Das Erzählen gehört allen. Das Festhalten von Erzählungen gehört allen. Es gibt keine Einstiegsbeschränkung, keinen Eignungstest und keine Rausschmeißer.

Ich schreibe über das Schreiben, weil ich…

…anderen meine Erfahrungen und Erkenntnisse zugänglich machen möchte. Mir gefällt die Vorstellung, dass sie jemandem nützlich sein könnten.

…denke, dass es beim Schreiben – wie in jeder Kunst – stark auf das Handwerkszeug, die Technik und die Herangehensweise ankommt. Ganz gleich wie begabt, ohne perfekt erlernte Form macht niemand zweiunddreißig Fouettés en tournant (oder siebenundzwanzig, weil frau mal eben ein paar motherfucking Triples einbaut als wäre das so pfffft, whatever, ich könnte auch Quadruples aber meine Freunde sagen, das wäre zu dick aufgetragen). *leise wein*

…schon oft erleben durfte, wie toll es ist, über die Schreiberfahrung anderer zu lesen und in einem plötzlichen Aha-Moment das eigene Schreiben klarer zu sehen, besser zu verstehen und sich für die Weiterentwicklung besser ausgerüstet zu fühlen.

Ich schreibe Geschichten weil ich…

…die Orte, Ereignisse und Menschen, die aus meiner Phantasie in die Welt der Buchstaben drängen, nach ihrem eigenen Willen entstehen lassen möchte. Ich forme sie auch, aber vor allem suche ich den Dialog. Einer Geschichte etwas aufzuzwingen bedeutet, sie zu zerstören.

…in Ereignissen, Situationen, Atmosphären, Beziehungen und Menschen schwelgen möchte. Ich liebe die Gedanken und Gefühle (der meisten) meiner Charaktere, auch die schmerzhaften und die kranken. Ich fühle mich lebendig, wenn in meiner Phantasie das Erleben einer_s anderen stattfindet.

…schon immer in Geschichten gelebt habe. Ich kenne keine andere Existenzweise als das ständige Erträumen des Lebens anderer.

Ich will in einer Weise schreiben, die…

…Realismus über gesellschaftliche Ideale stellt. Ich zensiere meine Charaktere nicht und ich beschönige weder ihr Innenleben noch ihre Beziehungen noch ihre Bedürfnisse.

…meine Charaktere respektiert. Ihnen ihre Eigenständigkeit und Authentizität zu lassen, ist die wichtigste Form von Respekt, die man fiktiven Menschen entgegenbringen kann. Charaktere sind für mich keine Spielzeuge.

…die Bedürfnisse der Geschichte über meine eigenen Liebeleien stellt. Keine Szene kann so toll, keine Formulierung so clever sein, dass sie es wert sind, einen Schaden für die Geschichte als Ganzes in Kauf zu nehmen.

Ich lehne alles ab, was…

…die Unschuld des Seins einer Geschichte zerstört. Geschichten sehen sich nur durch ihre eigenen Augen, nicht durch die eines hypothetischen Publikums.

…eine Geschichte sich selbst fremd macht. Eine Message ist wie eine Gottheit, die die Naturgesetze bricht, um ihren Willen zu bekommen. Eine Gottheit, die die Menschen belohnt oder bestraft, je nach dem, ob sie ihren willkürlich ausgedachten moralischen Regeln gehorchen oder nicht.

…eine Geschichte zum Vehikel von Ignoranz, Stereotypen und Vorurteilen macht. Erstens weil ich will, dass meine Geschichten die Welt in der Gesamtsumme eine Winzigkeit besser machen, und zweitens weil alle drei das Ergebnis mangelnder Recherche, mangelnder Charakterentwicklung und mangelnder Selbstreflektion sind.

Ich arbeite an mir um…

…meinen Geschichten ihre eleganteste und lebendigste Erscheinung geben zu können.

…die Authentizität meiner Charaktere noch besser wahren zu können.

…nicht nur als Schriftstellerin, sondern auch als Mensch zu wachsen.