Kategoriearchiv: Charaktere und Beziehungen

Schreibtip 003: Mindestens 1.000 Antagonisten

Schreibtip 003: Mindestens 1.000 Antagonisten

Antagonisten sind wichtig, das ist eine allgemeine Erzähl-Weisheit, die jeder schonmal gehört hat. Aber ist es wirklich sinnvoll, Charaktere in die Kategorien ‚Antagonist‘ und ‚Protagonist‘ einzuteilen, oder schränkt man sich mit dieser Herangehensweise nur unnötig ein? Im heutigen Video erkläre ich, wie man Szenen mehr Tiefe, mehr Konflikt und mehr Komplexität verleiht, indem man über das Schwarz-Weiß-Bild von Antagonist und Protagonist hinaus denkt.

Schreibtip 001: Schreibe, was du kennst!

Schreibtip 001: Schreibe, was du kennst!

Bedeutet dieser Tip wirklich, dass du nur noch autobiografisch über dein eigenes, langweiliges Leben schreiben darfst? In meinem ersten Schreibtip-Video beschäftige ich mich mit einem der am häufigsten missverstandenen Tips und erkläre euch, was damit wirklich gemeint ist und warum er wichtig ist, wenn man facettenreiche, tiefgründige und realistische Charaktere schreiben will.

Charaktere, Beziehungen, Interaktionen – Die super ausführliche Entwicklungshilfe in Listenform

Charaktere, Beziehungen, Interaktionen – Die super ausführliche Entwicklungshilfe in Listenform

Um meiner homepage endlich mal eine ‚Über mich‘-Seite hinzuzufügen, habe ich das Internet ein bisschen nach Character Sheets für Autor_innen durchsucht (um eins für mich auszufüllen). Es gibt dutzende davon, was wohl bedeutet, dass diese Werkzeuge von vielen als hilfreich angesehen werden. Die Bögen sind auch sehr unterschiedlich. Manche sind kurz und bündig, andere extrem ausführlich, manche fragen nur nach den biometrischen Daten und der Herkunft eines Charakters, andere wollen neben Kleidungsstil, Wohnungseinrichtung und finanziellem Geschick etwas über die prägendste Beziehung, das einschneidendste Lebensereignis,

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Menschlich korrekt 2: Der Bechdel-Test (für ‚Exoten‘)

Menschlich korrekt 2: Der Bechdel-Test (für ‚Exoten‘)

(Teil 1) Die Comiczeichnerin Alison Bechdel hat einen Test erfunden (der Comic dazu ist über das Bild hier links verlinkt), der ein ziemlich dusteres Licht auf die Gleichberechtigung nicht nur der Geschlechter in Hollywood wirft. In seiner Originalform besteht der Test aus folgenden Fragen: 1. Gibt es in dem Film zwei oder mehr weibliche Charaktere, die einen Namen haben? 2. Unterhalten sich diese beiden weiblichen Charaktere miteinander? 3. Über etwas anderes als einen Mann? Jetzt geht mal im Geiste eure Lieblingsfilme durch. Wieviele Punkte

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Kuwe 06: Manic Pixie Dream Girls

Kuwe 06: Manic Pixie Dream Girls

Hier gibts ein Video, das das Konzept des Manic Pixie Dream Girl und seine Problematik erklärt, und hier eins, das sich drüber lustig macht. Kurz zusammengefasst: Ein MPDG ist eine weibliche Person, deren einzige Aufgabe innerhalb der Geschichte darin besteht, der männlichen Hauptperson durch kindliches, überdrehtes, ach-so-niedliches Verhalten aus einer depressiven Sinnkrise hinaus in die wundervolle Welt voller Leben und Tralala zu helfen. Sie hat keine eigenen Interessen, keinen Hintergrund, macht keine Entwicklung durch. Sie ist ein reiner Funktionscharakter im Dienste des männlichen Hauptcharakters.

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Menschlich korrekt

(Teil 2) Wie angekündigt. Fang ich mal von der aktuellen Seite aus an. In einem Leserbrief an Scott Lynch sagte sone Type (von mir ins Deutsche übersetzt): Ihre Charaktere sind unrealistische Stereotype politischer Korrektness. Ist es wirklich notwendig, gerade angesagten Empfindlichkeiten zuliebe in der Fantasy genau das zu zeigen, was wir in der wirklichen Welt sowieso schon sehen? Ich lese Fantasy, um von politisch korrekten Klischees wegzukommen. Zuallererstensens mal und nur weil es mir so viel Spaß macht, auf solche Sachen zu zeigen und

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Der Null-Empath mit dem Gottkomplex oder: Wie man originell bleibt

Seit „Das Schweigen der Lämmer“ – hab ich mir sagen lassen – sind Serienmörder total hip. Beliebt ist vor allem das Modell, das wir aus „Sieben“ kennen, der Kerl mit der Mission, der der Welt etwas mitteilen will, und dabei seinen teuflischen Intellekt für den Machtkampf mit dem epischen Solo-Sonderermittler einsetzt (welcher – voll der Trend in den Wegwerfkrimis – auch noch persönlich involviert ist, weil er *dun-dun-duuuuun* geliebten Menschen X in einem ja so ähnlichen Verbrechen verloren hat). Von der tollen Themenvorlage zum

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Recherche als Zeichen des Respekts

Aus einem aktuellen Anlass… Als Autor hat man meiner Ansicht nach ein gewisses Maß an sozialer Verantwortung. Damit meine ich nicht, dass alle Charaktere immer nur vorbildlich und politisch korrekt dargestellt werden sollten, im Gegenteil. Ich meine damit, dass Charaktere wenn irgend möglich gerade nicht verfremdet, idealisiert und verzerrt geschrieben werden sollten. Jedes Weltbild, jede Meinung ist subjektiv, aber jeder Mensch hat ein Recht darauf, dass seine subjektive Meinung und sein Erleben, halbwegs akkurat wiedergegeben werden. Unabhängig davon, ob man diese Meinung teilt oder

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Entfremdung gegen den Narzissmus

Entfremdung gegen den Narzissmus

Das ‚lyrische Ich‘ ist die Sprecherin eines Gedichtes. Es ist nicht notwendigerweise identisch mit dem Autorinnen-Ich, also der Person, die das Gedicht verfasst hat. Das ist an sich ein No-Brainer, aber es gibt immer wieder Fälle wie den Folgenden: Robbie Williams singt in ‚Old Before I Die‘ die Zeile: „Am I straight or gay?“ Der Boulevard fragt: „Ist Robbie Williams jetzt schwul?“ Das mag ein albernes Beispiel sein, denn der Boulevard macht sowas mit Absicht usw., aber ich denke, es beleuchtet das Prinzip. In

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