Wie ganz normale Eheleute

FSK 12 - Triggerwarnung Zeigen

„Christine?… Wo bist du?… Christine!“
„Ich komme ja schon.“ Ergeben legt sie den Federhalter beiseite, mit dem sie gerade eine Grußkarte an Mama Valerius unterschreiben wollte, und eilt in den Salon. „Was ist denn? Warum schreist du so herum?“
„Schau, was ich hier habe!“ Erik deutet auf die nasse Tanne, die er mit einer Hand aufrecht hält.
Seufzend bleibt Christine stehen und streicht über ihren Bauch, in dem sich das Kind – scheinbar aufgebracht über die Störung – mit einiger Kraft bewegt. „Ein Weihnachtsbaum? Ach Erik… musstest du ihn denn unbedingt durch den See ziehen? Sieh dir den Teppich an. Ich weiß nicht, ob diese Flecken wieder herausgehen werden.“
„Was schert mich der Teppich? Wir werden Weihnachten feiern, wie ganz normale Eheleute!“
„Ich freue mich ja auch…“ lenkt sie hastig ein.
„Na bitte. Vergiss den Teppich.“ Verächtlich mustert er die Spur aus Tropfen, die von der Tür zum Baum führt. „Unser Familienleben ist wichtiger.“
„Wo willst du ihn aufstellen? Am Kamin?“
Er nickt und trägt die Tanne hinüber. „Öffne den Karton dort, den braunen. Nicht den blauen, hörst du?“
„Was ist in dem blauen? Noch ein Geschenk für mich?“ Als er nicht antwortet, geht sie zu dem Stapel von Schachteln und Papiertüten hinüber, die seine Einkäufe aus der Oberwelt beinhalten. „Du bringst mich in Verlegenheit, Erik. Wie soll ich dir für all das etwas zurückgeben?“
„Du bist meine Frau und wirst mein Kind zur Welt bringen. Was sollte ich mehr wollen?“
Sie stößt die Luft aus und lächelt kurz. „Hier sind drei braune Kartons. Welchen meinst du?“
„Den flachen.“
„Den hier?“ Sie geht umständlich in die Hocke und hebt die Schachtel auf. „Ist das ein Christbaumständer?“
„Bring ihn her.“
Im Gehen packt sie das nicht eben leichte Eisenteil aus und lässt die Hülle achtlos neben sich fallen. Bei Erik angekommen, streckt sie ihm den Ständer hin. „Das ist wirklich eine schöne Tanne, die du ausgesucht hast.“
„Nicht wahr? Ich hebe sie an; bring du die Stellage in Position.“
Nickend lässt sie sich auf die Knie sinken. „Ist gut… Aber du musst sie höher heben, Erik, sonst… Nein, das ist zu… Noch etwas… So warte doch!“
Es dauert eine Weile, bis es ihnen gelungen ist, Baum und Ständer zusammenzubringen, doch schließlich kann sich Christine wieder erheben und ärgerlich über die Wasserflecken auf den Ärmeln ihres Kleides reiben.
Unterdessen geht Erik vor der Tanne auf und ab. „Nun, meine Liebe, lassen wir sie so stehen, oder drehen wir sie?“
„Ich finde, sie steht sehr gut.“
„Hier links ist das Geäst noch etwas dichter.“
„Ja, du hast recht. Drehen wir diese Seite nach vorne.“
„Allerdings steht dort ein Zweig zu weit heraus.“
Christine seufzt. „Dann schneid ihn ab.“ Und ehe Erik noch etwas sagen kann, ist sie in die Werkstatt gelaufen. „Danach hängen wir den Schmuck auf?“ fragt sie, als sie mit einer großen Schere in der Hand zurückkehrt.
„Nicht so hastig.“ Erik macht sich daran, den Baum zurechtzustutzen. „Ich habe Walnüsse, Blattgold, kleine Äpfel, Zuckerstangen, Bonbons in buntem Papier und Silberstoff für Girlanden mitgebracht.“
„Oh.“ Sie fährt sich über die Wange. „Das… wird sicher ein großer Spaß.“
„Und ein herrlicher Baum!“
„… Ja…“
„Gefällt dir etwas nicht?“
„Nein! Es ist wirklich eine schöne Idee!“ Rasch hakt sie sich bei ihm unter. „Lass uns basteln.“

„Du darfst nicht atmen, hörst du. Sonst fliegt es weg und alles ist verdorben.“ Feierlich öffnet Erik den Umschlag, in dem sich das Blattgold befindet. Dann nimmt er einen kleinen weichen Pinsel zur Hand, streicht damit über seine nackte Stirn, hernach über die Schale der Walnuss, nimmt schließlich mit den Pinselhaaren ein Blättchen Gold auf und drückt es sacht fest.
Nach dieser Demonstration macht sich auch Christine an die Arbeit, immer wieder ein zur Gewohnheit gewordenes Seufzen unterdrückend. Sie meidet den Blick auf Eriks Gesicht, doch bald wird ihr vor Luftnot so unwohl, dass sie ihm mit den Augen zu verstehen geben muss, den Umschlag wieder zu schließen.
„Schrecklich.“ schnauft sie dann. „Willst du wirklich all diese Nüsse vergolden?“
„Es handelt sich um eine große Tanne, Liebes.“
„Ich weiß, aber… kann ich nicht währenddessen die Girlanden zuschneiden?“
„Wir werden den Schmuck für den Baum gemeinsam herstellen.“
„Das tun wir doch! Ich werde mich auf die Chaise setzen, so sind wir im selben Raum, ohne dass ich die Luft anhalten muss… Das ist sicher auch besser für das Kind.“ setzt sie nach, als Erik verärgert eine Hand zur Faust ballt. „Deinem Kind zuliebe sollte ich mich um die Girlanden kümmern.“
Er senkt den Kopf. „Ja, du hast ganz recht. Der Stoff ist in der weiße Tüte dort.“ Mit dem Daumen deutet er über seine Schulter, und als Christine es sich auf der Chaiselongue bequem gemacht hat und zu arbeiten beginnt, nimmt er den Pinsel wieder auf. „Sing etwas für mich.“
Faisons éclater notre joie?“
„Ja.“
Den Blick auf ihre Hände gerichtet, trägt sie die alte Weihnachtsweise vor, doch sie ist nicht bei der Sache.
„Sing lauter, mein Schatz, ich verstehe dich kaum.“ unterbricht Eriks Stimme plötzlich ihre Gedanken.
Sie fährt zusammen. „Verzeih…“
„Du scheinst keine rechte Feiertagslaune zu haben.“
„Doch, die habe ich! Es ist nur… das… dein Kind ist so lebhaft heute.“ Erleichtert, dass ihr eine weitere Ausrede eingefallen ist, streicht sie sich eine Strähne aus den Augen. „Es tritt und strampelt, als wollte es schon jetzt heraus, um mit uns zu feiern. Das ist so ungewohnt, dass es mich vom Singen ablenkt.“ Entschuldigend lächelt sie ihn an.
„Ist dir unwohl?“
„Ganz und gar nicht, Liebster. Und schau, ich bin bald fertig.“
„Dann kannst du beginnen, die Äpfel zu polieren. Sie müssen glänzen. Und bind Fäden an die Stiele, damit wir sie aufhängen können.“

Ein unüberwindlicher Berg von Arbeiten scheint vor Christines nervösen Händen zu liegen, doch schließlich ist aller Schmuck zurechtgemacht, der Baum damit herausgeputzt, und auch die vielen roten Kerzen sind in Haltern weit außen an die Zweige geklemmt.
Erschöpft lässt sie sich auf die Lehne des nahen Ohrensessels fallen.
Erik mustert sie. „Geh und ruh dich aus, ich werde den Rest allein dekorieren und die Geschenke unter dem Baum verteilen.“
„Du willst sie jetzt schon auslegen? Wir öffnen sie doch ohnehin erst morgen in der Frühe.“
„Nein! Ich will dich heute beschenken.“ Er wendet sich ab, um zu dem merklich geschrumpften Haufen von Einkäufen hinüberzugehen.
„Dann machen wir es natürlich so, Liebster.“ gibt sie eilig nach. „Und ich ziehe mich nun zurück, damit ich für die Feier ausgeruht bin.“
„Gut. Ich wecke dich, sobald es Zeit fürs Essen ist.“
„Es… es bleibt dabei, dass wir nicht in die Kirche gehen?“
„Ich halte mein Wort. Du musst nicht all die Treppen steigen und auch nicht in die Kälte hinaus.“
„Danke. Du bist sehr gut zu mir, Engel.“ Damit verlässt sie den Salon.
Unzufrieden blickt Erik ihr nach. Dann sieht er auf das in blaues Papier geschlagene Paket in seiner Hand und macht sich daran, all die Geschenke an seine Frau und sein Kind unter dem Baum zu stapeln.

Eine Gans. Er hat tatsächlich eine Weihnachtsgans für sie gebraten! Und das Mahl hat nicht einmal schlecht geschmeckt, auch wenn es Christine noch immer nicht leicht fällt, gemeinsam mit Erik zu essen.
Ächzend legt sie eine Hand auf ihren Magen, als Erik ihr beim Aufstehen hilft und sie zum Ohrensessel am Kamin führt. Dabei streift ihr kurzsichtiger Blick den Baum und die mit buntem, glitzerndem Zeug behängten Zweige, die an den Wänden des Raumes prangen. „Du hast das Zimmer wirklich… schön hergerichtet.“
„Für dich, meine Liebe.“ Er verneigt sich, ehe er das erste Päckchen unter dem Baum hervorzieht und es seiner Frau überreicht. „Fröhliche Weihnacht.“
Überraschend viele der Geschenke stellen sich als praktisch und durchdacht heraus: Sechs Kleider, in denen ihr Bauch auch diese beiden letzten Monate ihrer Schwangerschaft Platz finden wird, außerdem eine Unmenge von winzigen Hemdchen, Mützen, Strümpfen, Lätzchen, Decken und Windeln. Unter einem Laken verbirgt sich eine scheußlich verschnörkelte Wiege, in der sich Märchenbücher stapeln, die dem Kind einmal zum Einschlafen vorgelesen werden sollen. Das einzige Geschenk, das ausschließlich für Christine und nicht für das Kind in ihrem Leib bestimmt ist, ist ein in Leder gebundenes Buch voller Lieder, die Erik für sie geschrieben hat.
„Sie sind derart komponiert, dass sie nur die Stärken deiner Stimme zeigen.“ erklärt er mit leuchtenden Augen, während Christine durch die Seiten blättert und hier und da eine Phrase summt.
„Die sind wunderschön. Danke, Liebster. Vieltausendmal. Reichst du mir jetzt…“ Sie deutet auf das längliche Päckchen, das Erik vor dem Essen in ihrem Auftrag dem Geschenkestapel einverleibt hat. „Es ist nur eine Kleinigkeit, aber…“ Sie dreht das weiß verpackte Ding in ihren Händen, dann streckt sie es Erik hin.
Der nimmt es eifrig entgegen, reißt das Papier ab und klappt die Schatulle auf, die sich darunter verbirgt. Er lacht auf. „Das ist verrückt!“
„Ja, ich… dachte, es könnte zu dir passen.“ Christine senkt den Blick, als ein winziges echtes Lächeln über ihre Lippen huscht.
„Ein Federhalter mit einer Pfauenfeder. So etwas habe ich noch nie gesehen. Danke, Liebes.“ Ohne Vorwarnung streicht er ihr über die Wange, so dass Christine Mühe hat, ihr automatisches Zurückzucken als etwas Unverfängliches zu tarnen.
„Deine Hand ist ganz kalt. Hilf mir, mich auf den Boden zu setzen. Ich will so dicht wie möglich an den Kamin.“
„Gern.“
Eine ganze Weile sitzen sie dort mit untergeschlagenen Beinen, Seite an Seite an den Ohrensessel gelehnt, die Flammen beobachtend. Mit leiser Stimme erzählt Erik von den Bräuchen, mit denen Weihnachten und der Jahreswechsel in anderen Ländern gefeiert werden, und schließlich deutet er auf ein grünes Ding, das am Rauchfang des Kamins aufgehängt ist.
Christine blinzelt und versucht, etwas zu erkennen. „Was ist das?“
„Eine Mistel mit weißen Beeren.“ Er nimmt den Zweig vom Nagel. „Jede Beere steht für einen Kuss.“
Bei diesem Satz weicht die wohlige Müdigkeit, die sich in Christine ausgebreitet hatte, der üblichen Anspannung.
Reglos starrt sie auf das schreckliche Ding in Eriks Hand. „Man… man… pflückt eine?“
„Und dann darf man jemandem einen Kuss geben, ja.“
Christines Lippen beginnen zu zittern. Sechs Beeren, sieben, acht… neun… und so wie sie Erik kennt, wird er keine aufsparen. Eher zieht er noch weitere Zweige aus seinem Ärmel.
Als sie den Kopf hebt, begegnet sie Eriks Blick, der ihr Gesicht unruhig nach etwas abzusuchen scheint. So zwingt sie sich zu einem Lächeln, das er freudig erwidert, während sie ihm die Mistel abnimmt. „Also… pflücke ich jetzt eine?“
„Wenn du deinem Mann einen Kuss geben willst…“
Ihre Finger zerdrücken die Beere beinahe. „Was… mache ich damit?“
„Du könntest sie in den Kamin werfen.“
Mit einem Nicken lässt Christine die weiße Kugel auf die Glut fallen, wo sie sich schwärzt, aufquillt und schließlich ganz verbrennt.
Sie atmet durch. Dann legt sie eine Hand an Eriks Gesicht, schließt die Augen und berührt seinen Mund mit ihrem.

Neun Beeren, neun Küsse. Neun lange, sanfte Küsse. An einem einzigen Abend! Und sie möchte am liebsten einhundert Jahre lang nur noch schlafen.
Wie kann so etwas simples wie ein Kuss nur derart kraftraubend sein? Warum kann sie sich nicht einfach daran gewöhnen, Erik zu berühren? Warum bricht dieser verfluchte innere Widerstand nicht, diese Abscheu, die ihr das Leben so schwer macht?
Blinzelnd reibt sie eine Tränenspur von ihrer Wange. Warum kann sie ihn nicht einfach lieben? Oder hassen! Doch beides ist ihr gleichermaßen unmöglich.
Wie soll man auch einen Mann mit einem derart erschreckenden Gesicht ins Herz schließen? Einen Mörder und Dieb, der einen solchen Jähzorn an den Tag legt, so voller gemeiner Scherze steckt und unerbittliche Forderungen und Besitzansprüche an seine Frau richtet, im Wechsel mit kriecherischem Gebettel um ihre Aufmerksamkeit.
Aber wie soll sie ihn für seine Fehler hassen, wenn er doch auch immer wieder unvermittelt für ganze Stunden am Stück zur Besinnung zu kommen scheint und seine Geliebte zärtlich umsorgt, voll von einer tiefen, aufrichtigen Dankbarkeit, der jeder Pathos abgeht? Wenn er nach dem Beischlaf die Spitzen ihrer Brüste küsst, als wären sie die Füße einer heiligen Statue, ihr das Haar aus dem Gesicht streicht, ihr Nachthemd zurechtzieht und sie sorgfältig zudeckt, ehe er vor Erschöpfung schier zusammenbricht. Und dann schläft er, die Knie unters Kinn gezogen, die Fäuste an seinen gesenkten Scheitel gepresst. Wie sehr muss er im Innern leiden! Und wie nur kann Christine es wagen, so oft schlecht von einem leidenden, hilflosen Menschen zu denken?
Auch jetzt schläft er, den Kopf vor der Rundung ihres Bauches auf Christines Schoß gelegt, die Beine angewinkelt, die Schultern verkrampft.
Sie zieht die Luft ein, als sich das Kind in ihrem Leib zu recken scheint – das Kind, über das sie nicht nachzudenken wagt und dem es alles andere als gelungen ist, ihren Gefühlen für ihren Mann Eindeutigkeit zu verleihen.
Erik war außer sich vor Freude, als sie ihm mitteilte, dass er Vater werden würde. „Wir werden ein Kind haben, wie ganz normale Eheleute!“ Das war es, was aus ihm heraussprudelte und was ihn antrieb, sich den ganzen Sommer über immer wieder für zwei oder drei Tage in Folge auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für ein eigenes Haus aus der Oper zu wagen. Die restliche Zeit verbrachte er vorwiegend damit, einen architektonischen Entwurf nach dem anderen zu zeichnen, sich selbst dafür zu geißeln, dass er seine schwangere Frau so oft allein lassen musste, oder ihr zu unterstellen, sich in seiner Abwesenheit mit einem Liebhaber zu treffen.
Sie dachte in dieser Zeit sehnsüchtig an den Winter, der Erik an die Wohnung binden und diesen Irrsinn beenden würde. Doch ihr Mann findet immer einen Anlass, sich selbst oder Christine Vorwürfe zu machen, ganz gleich, wie sehr sie sich bemüht, seine liebevolleren Stimmungen zu belohnen. Es ändert sich einfach nichts; so als hätte Erik seine Launen in keiner Weise unter Kontrolle, ja wäre sich ihrer nicht einmal bewusst.
Was sie im vergangenen Jahr durchgemacht hat, ist das Leben, das sie fortan führen wird. Diese nervenzehrende Berg- und Talfahrt ist ihr Alltag! Wie soll sie das noch länger aushalten? Und was soll erst werden, wenn das Kind da ist? Wenn es so entstellt ist wie sein Vater? Was wird sie dann tun? Was wird Erik tun?
Mit zitternden Händen fährt sie sich durchs Haar. Sie sollte beten, dass es eine Totgeburt wird. Beten, dass sie das Kindbett nicht überlebt, dass es aufhört, einfach… einfach aufhört!
Aber warum soll sie sterben? Was hat sie je getan? Nichts und wieder nichts! Sie war zu jedem Menschen freundlich, ist jeden Sonntag in die Kirche gegangen! Reicht es nicht, dass sie sich ein ganzes Jahr lang für all die Unschuldigen im Opernviertel geopfert hat? Für den Perser? Für Raoul?… Raoul
Eine Weile starrt sie auf den noch immer hell erleuchteten Christbaum. Schließlich hebt sie sehr vorsichtig Eriks Kopf an, steht auf und geht leise zu der Tanne hinüber.
So viele Kerzen… wenn eine davon nur eine Winzigkeit schief stünde… wenn… wenn ihre Flamme gegen einen der Zweige schlüge und ihn in Brand setzte… während Christine am Seeufer ein wenig frische Luft schnappt… Im Schlaf riecht ein Mensch keinen Rauch… Bei einem Brand… erstickt er ohne Schmerzen…
Als sie einen kurzen Blick auf Erik wirft, bemerkt sie, dass er aufgewacht ist und sie ansieht.
Langsam streckt er die Hand nach ihr aus, was sie unwillkürlich einen halben Schritt zurückweichen lässt.
„Ich wollte die… die Kerzen löschen…“ Sie zieht die Schultern hoch. „Die Flammen machen mich nervös.“
„Was bist du nur immer so ängstlich? Komm, setz dich wieder zu mir. Ich gebe auf dich und das Kleine Acht.“
Zögernd geht sie zurück an den Kamin und lässt sich auf den Boden sinken. Schon ist Erik dicht an sie herangerückt, hat seine Arme um ihre Mitte gelegt und beginnt, liebevoll ihren Bauch zu streicheln.
„Ist dir nun wohler?“
„Ja.“ antwortet sie mit belegter Stimme.
„Weinst du?“
„Nein.“
„Sag mir warum.“
Sie schluckt und zieht die Nase hoch. „Es… es war so ein schöner Abend.“ stottert sie dann. „Ich bin… glücklich… Erik.“
„Du bist glücklich?“
„Ja.“
Lächelnd lehnt er seine Schläfe an ihren Nacken. „Dann bin ich es auch.“