Morgenschriebe: Psycho-Vampir (Teil 1/4)

/ Mai 31, 2014/ Kurzprojekte, Meine Schreibe und ich/ 0Kommentare

how-to-make-vampire-teeth-v1-one-fangDieser Post ist Teil einer Reihe von Morgenschrieben (eine Schreibübung von Dorothea Brande – Details), die ich genau so abgetippt habe, wie sie mir früh morgens aus dem Hirn gefallen sind. Der Authentizität halber habe ich alle Buchstabnedreher dringelassen.

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4,

Triggerwarnung

Häusliche Gewalt, Kidnapping, V*rgew*lt*gung

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Sie wcht auf, zieht sich an, will sich aus dem Staub machen. Doch als sie die Hand auf die Türklinke legt, hört sie seine Stimme hinter sich.
„Wo willst du hin?“
Erschrocken fährt sie herum „Hey, uhm…“ Sie kichert nervös. „Ich muss nach hause. Ist noch irgendwas?“
„Du knnst nicht gehen.“
Noch ein nervöses Lachen. „Na gut, für ein Frühstück hätte ich noch Zeit.“
„Komm.“ er packt ihren Arm und führt sie weg von der Tür, zurück in Richtung des Schlafzimmers.
„Ich- ich hab eigentlich keine Lust, nochmal-“ Sie bricht ab, als er unbermittelt seinen harten Griff um ihren Hals legt und sie mit dem Rücken gegen die Wand drückt.
„Was du willst, ist egal. Du gehörst jetzt mir. Ich habe mich mit dir verbunden.“
Hektisch versucht sie, sich loszumachen, doch sein Griff ist eisenhaft. Sie versucht, ihm ins Gesicht zu schlagen, doch der Arm, der sie an die Wand drückt, ist zu lang. Sie gräbt ihre Fingernägel in seine Nagelbetten, doch er scheint es nicht einmal zu bemerken. Sie will ihm zwischen die Beine treten, doch sie weird bewusstlos.
Als sie wieder zu sich kommt, sitzt er neben ihr auf dem Bocen, seine langen Arme über den angewinkelten Knien verschränkt.
„Wenn du gehst, werde ich sterben.“ erklärt er ruhig.
„Blödsinn.“ murmelt sie. „Was willst du von mir?“
„Du bist jetzt meine Nahrung.“
Sie setzt sich auf, tut so, als wäre sie benommener als sie sich tatsächlich fühlt. „Was meinst du damit?“ Keine Furtscht in ihrer Stimme.
„Ich brauche deine Lust, deinen Schmerz und deine Todesangst.“
„Du bist doch vollkommen bescheuert.“
„Ich bin so einen Art Vampir.“
„Unsterblich oder was?“
„Ich kann verhungern. Ich werde verhungern, wenn du mich verlässt. Und du wirst verschwinden. Du wirst dich auflösen wei Rauch, weil ich mich mit dir verbunden habe.“
„Das ist ja eine ganz tolle Geschichte.“ Sie steht auf, langsam, mit einer Hand an der Wand abgestützt, tut so, als wäre ihr schwindelig.
„Ich weiß, was du denkst. Ich kann es hören. Du kannst mich nicht überrumpeln.“
„Bist du sicher?“
„Wenn du willst, verlass diese Wohnung. Verlass das Haus. Sieh, was dann geschieht.“
„Oky. War nett. Tschüss.“ Sie geht. Aus der Wohnung, aus dem Haus, die Straße inunter. Sie fühlt sich zunehmend schwächer, langsam erst, dann mit jedem Schritt mehr. Sie sieht auf ihre Hände, kann durchs sie hindurch die Schemen der vor ihr liegenden Gebäude erkennen.
Sie macht kehrt und rennt zu ihm zurück.

Du wirst nicht weiter als 500 Meter kommen, solange ich es dir nicht erlaube. Du wirst dich aufhalten, wo ich es sage, wann ich es sage, solange ich es sage. Vergiss dein Leben. Ich bin jetzt dein Leben. Du brauchst nichts anderes mehr. Keine Nahrung, keine Kleidung, keine Menschen zu deiner Gesellschaft.“
„Ich will das nicht.“ Sie weint. Die Angst zerrt an ihren Eingeweiden.
„Du schmeckst gut.“ sagt er und lächlelt. Hält sie in seinen Armen, während sie zittert vor Widerwillen. „So wird es von jetzt an sein. Gib mir etwas Nachtisch.“
Sie windet sich, spürt seine Erektion an ihrem Hintern. „Ich will nicht!“
„Noch nicht. Das ist das Schöne an Menschen wie dir. Erst wird dein Körper dich verraten, dann deine Psyche, und wenn ich in dir gekommen bin, wirst du uns beide hassen, wie du noch nie etwas gehasst hast. Später werde ich es wieder tun, und alles wird sich wieder genau so ereignen. Was glaubst du, was aus dir werden wird? Es ist so interessant, euch zuzusehen, wie ihr euch in etwas anderes verwandelt.“

„Du hattest andere, vor mir.“
„Ja. Viele. Hundert. Vielleicht tausend.“
„Was ist aus ihnen geworden?“
„Die meisten haben mir einen Ersatz besorgt. Andere haben sich für den Tod entschieden. Der Tod ist immer eine Möglichkeit. Er macht mir nichts. Ich kann ein halbes Jahr lang von einem toten Körper leben, und länger brauche ich nie, um jemanden wie dich zu finden.“
„Du- lebst von- von Toten?“
„Von Toten, an die ich gebunden bin. Ich esse sie. Ich bin sehr flexibel. Musst du brechen?“
„Du bist ein Monster!“
„Ja. Möchtest du etwas trinken? Du siehst blass aus.“

Sie ziehen herum. Ziellos. Sie nimmt nichts als Wasser zu sich. Er tötet einsame Menschen, um in ihren Behausungen zu leben, bis doch irgend jemand nach ihnen fragt.
Sie verliert jedes Gefühl für Zeit, jedes Gefühl für ihren Körper, der sie wieder und wieder verrät, ganz so wie er es vorhergesagt hatte.


Geschrieben am 15.09.2013 in 1:15.

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