New School Vampirismus, hmpf

/ November 7, 2012/ Alle Posts mit Feminismus, Reviews, Schlecht erzählt/ 0Kommentare


(Review des schwedischen Originals: Klick
Direktvergleich der beiden Versionen: Klack
Review der Buchvorlage: Äh… Kluck?)

Grad hab ich mir das US-Remake ‚Let me in‘ angesehen und beim Gucken meine Gedanken aufgeschrieben. Fazits kommen danach. Und ich habe beschlossen, das Original nochmal zu gucken und auch meine Gedanken aufzuschreiben, für einen noch direkteren Vergleich.

Spoiler im Anflug und so. Für alle komischen Leute, die sowas nicht mögen. Ihr seid komisch. Ihr Spoiler-nicht-möger. Und ich werde euch nie verstehen.

Laufkommentare zum Film

  • Nettes Geröchel am Anfang. Sehr nett.
  • „Are you a Satanist? Are you involved in some kind of cult?“ ROFL!
  • Und Wonald Weagan labert Schrott. Amuhrikuh is gooooad!
  • Wir treffen Owen (Oskar) nicht fluchend und messerschwingend, sondern singend. „Eat some now, save some for later.“ Höhö, wie prophetisch :D
  • Und jetzt beten sie, wärgh. Und Owen macht nicht mit. Braver Owen. So ist er ein feiner kleiner Kommunistenatheist, der die Integrität der Vereinischten Staaten von Amuhrikuh untergraben will und Wonald Weagan voll so Angst macht.
  • Jetzt ruft Owens Vater an. Mehr zerrüttete Familie als im Original. Gefällt mir.
  • Ah, nun kommt ein Messer ins Spiel. Und Owen wird von seinem imaginierten Widersacher als ‚Mädchen‘ beschimpft. Er macht den Taxi Driver vorm Spiegel, mit einer gruseligen Plastikmaske vor dem Gesicht. Und er hat ein Spannerfernrohr.
  • Hah, erwischt, kleiner Spanner!
  • Chloe Moretz barfuß und im Röckchen bei -20°
  • Ai pletsch allietschenz to se fläck of se junaitet stäits of Ämärikah…
  • Ah, nu verkloppt er den Baum. Und der Dialog kommt direkt aus dem Original, wenn ich mich nicht irre.
  • Chloe wirkt steif im Vergleich mit der Lina Leandersson.
  • Und da ist der Pedoooooo. Huuuuuuuuuu. Mit einem Pädoblick. Huuuuuu!
  • Lölchen. Pädo maskiert sich mit Plastiktüte und taucht menacingly von der Rückbank des Autos auf, in das er eben eingebrochen ist.
  • Aber immerhin holt er sich das Blut abseits jeder Zivilisation, und nicht wie der Originalpädo in flutbelichteter Gegend.
  • „Maybe I’m getting sloppy. Maybe I wanna get caught.“ Spricht er also aus, was man im sich Original selber denken durfte.
  • Der Rubik’s Cube. Und der Dialog wieder 1zu1 übernommen jedenfalls fast. „I don’t really get cold.“ statt „I guess I’ve forgotten how to be cold.“
  • Jocke ist ein namenloser Jogger, aha. Huuu, nette CGI bei der Attacke. Und weiße Kontaktlinsen. Da hat mir die schwedische Version besser gefallen da sitzt sie am Ende auf der Leiche und heult.
  • Und Klein-Owen hat eine Freundin gefunden, die genau so ein Nerd ist, juhuuuuu!
  • Wieder Originaldialog.
  • Und nu verraten sie, wo Elis äh, Abbys Zitat auf der Streichholzschachtel herkommt.
  • Owen mag keine Schmerzen, und der Erzfeind haut ihn selber. Laaaaangweilig!
  • Ahaaaaaaaa, sie sprechen das Gelärme durch die Wand an, das im Original nicht sone Rolle spielt. Ansonsten Originaldialog; größtenteils. „But… you’re a girl.“ – „I’m stronger than you think I am.“ Wobei mich nicht überraschen würde, wenn ich das nur verdrängt hätte. Auf der anderen Seite… Oskar ist zu cool, um den gesellschaftlich sanktionierten Sexismus zu übernehmen, und ihn schimpfen sie ‚Schweinchen‘, und nicht ‚Mädchen‘
  • Jetzt klaut Owen seiner Mutter Geld, direkt unter den Augen des bärtigen Baby Jesus.
  • Moretz wirkt steiiiiiiiiiiiiif. Und keine Katze da, die sie anfaucht.
  • Der Bursche spielt besser als Chloe.
  • „Please don’t see that boy again.“ statt „Would you please not see that boy tonight?“
  • Und die nächste Pädorücksitzattacke bahnt sich an… Faiiiiiiiil! Haha, jetzt wird der Pädo mit Taschen und dem Beifahrersitz geprügelt. Lol, woopise…. jetzt stehen sie an der Tanke… und errrrwischt! Pädo würgt den Beifahrer tot und fährt weg – oder versucht es zumindest. Craaaaaaaaash!! Gefilmt mit stationärer Cam auf der Hutablage. Nett. Und nun die Säure, die Herr Pädo in weiser Vorraussicht eingepackt hat. Und damit hätten wir den Übergang zur Szene vom Anfang.
  • Wonald Weagan again…
  • Nettes Makeup für den Verätzten. Und hier hat die Szene deutlich mehr von Abschied.
  • Und nochmal die Inspektor-rennt-zum-Fenster-Szene vom Anfang. Wieso das? Sind Amis so vergesslich, dass sie das brauchen?
  • Mpf, die Händchenhalteszene haben sie versaut.
  • Und nun die Konfrontation. HAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!! Das Schlitzohr, gnühühü :D
  • Und hier wird die Mutti von Owen standesgemäß über den Pädo informiert. Und die Tuse, die Owen vorhin bespannt hat, hat ihren Lover mit seinen Gewichten geplättet? Versteh ich das richtig?
  • Et maintenant wir ‚aben den Bullen an Abbys Tür. Aber er geht wieder weg.
  • Owen hebt die Gewichte weit weniger erbärmlich als Oskar.
  • Und Owens nun schlitzohriger Bully wird von seinem Bruder gebullied. Nach oben buckeln, nach unten treten. Jetzt wissen wir auch, woher er ‚Mädchen‘ als Schimpfwort kennt.
  • Irgendwie wirkt diese Version… weniger in sich geschlossen. Also, die Atmosphäre. In der schwedischen Version wird der Mikrokosmos sehr betont, indem der Pädo Kontakt zu der Freundesgruppe von Jocke hat, die auch da in dem Komplex wohnt, Elis Opfer nach der Sache mit der Blutsbruderschaft (schlechter Special Effekt beim Schneiden) gehört auch zu dem Freundeskreis (im Remake ist es eine der Bespannten) und der Polizei kommt keinerlei Rolle zu. Der Inspektor ist ein Eindringling in den Plot, er erzwingt eine Außenperspektive, genau so wie Owens Gespanne und sein Kontakt zu den ansonsten erzählerisch lose in der Luft hängenden Bespannten. Die Klaustrophobie und Enge des Originals kommt hier überhaupt nicht auf, und einfach das ‚geschlossene‘ Gefühl der Erzählung. Schade.
  • Allerdings ist das Remake dahingehend realistischer, dass der Freund von Abbys Opfer Abby richtig verscheucht und ihr nachrennt; im Original schubst er sie weg und hockt dann bei dem Opfer.
  • Die CGI, die Abby beim Baumhochklettern zeigt, ist nicht so der Bringer.
  • „Do you think there’s such a thing as evil?“ Whaaaa? „Is that your mother? Is that religious crap?“ Danke, Owens Vater. „I want you to get that crap out of your head. Your mother… she has problems.“ DANKE, Owens Vater!
  • An sich eine ganz nette Idee, Owen ein Problem mit Abbys Vampirismus zu geben, aber im Original ist es einfach stringenter durchgezogen mit Oskars psychopathischer Ader. Owen ist im Vergleich total normal. Und langweilig.
  • Vatti sagt nicht „I love you, too.“
  • Wieder Originaldialog. Und dann erklären wir den Amis, dass der Pädo gar nicht Abbys Vater ist. Und wir machen super deutlich, dass Abby vor hat, aus Owen das gleiche zu machen wie aus ihrem ‚Vater‘ vorher. Mannmannmann, da ist echt ALLES vorgekaut!
  • Könnte es das sein, was an Amifilmen so langweilt?
  • Nice, die neue Vampirin nuckelt ihr eigenes Blut im Hintergrund. Und verbrennt aus Versehen. Hmpflgrmpf. Und keine Katzenattacke.
  • Das Machtspiel rund um ‚Komm doch einfach so rein‘ fällt weg und Abbys blutige Reaktion ist nicht halb so schön umgesetzt.
  • Und der kleine spannt, während sich Abby umzieht, aber man sieht nicht, dass sie ent’mannt‘ wurde. Die prüden Amis, ey.
  • Aha, der Bulle ersetzt also Lacke. Und er tritt die Tür ein. Türlich. Hab mich im Original gefragt, wie Lacke reingekommen ist.
  • Ich frag mich ja, warum der Bulle so eine Angst vor einem kleinen Mädchen hat. Und das Türeknallen weckt Abby nicht auf. Aber im Gegensatz zu Lacke hat der Bulle die nötige Intelligenz, erstmal den Lichtschalter auszuprobieren.
  • Und Owen guckt genau zu, wie Abby den Bullen kalt macht. Das gefällt mir besser als im Original.
  • Awww, jetzt weint er, weil Abby weg ist. Der kleine Normalo.
  • Und die Racheszene von Schlitzohrs großem Bruder ist weniger schön eingeleitet.
  • Originaldialog. Und Owen kämpft.
  • Haha, da kommt ihm ein abgetrennter Kopf entgegen statt nur ein Arm. Und ich vermute mal, dass die Heulsuse nicht überlebt, da es sie nicht gibt in dieser Version.
  • Und wir zeigen noch, wo Abby reingekommen ist, damit sich keiner wundern muss… *sfz* Dadurch wird die vorletzte Szene nicht zur besseren letzten Szene als die letzte.

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Was mir am Original besser gefällt:

  • Die Atmosphäre, die im Remake total gekillt wurde.
  • Lina Leandersson spielt für meinen Geschmack besser als Chloe Moretz. Allerdings stell ich grad fest, dass ihre Stimme nachsynchronisiert ist.
  • Owen ist voll der Normalo und laaaangweilig im Vergleich mit Oskar. Die Anziehung, die Eli auf Oskar ausübt, ist glasklar und macht Sinn, weil er in ihr seine eigene soziopathische Brutalität gespiegelt sieht (die in Momenten aufgebrochen wird, in denen Eli alleine ist, z.B. nachdem sie Lacke umgebracht hat und deshalb weint), und weil sie für ihn etwas Interessantes ist, und nichts Erschreckendes. Bei Abby und Owen habe ich das Gefühl, dass Owen sich lediglich freut, dass mal jemand nett zu ihm ist; klar, er hat am Anfang seinen ‚Wenn ich groß bin, werd ich Killer‘-Auftritt, aber im Kontext seines sonstigen Verhaltens wirkt das wie ein Ausrutscher und ziemlich OOC. Seine Entwicklung von ‚Ist Abby das Böse in Person?‘ zu ‚Ich will Abbys Tageslichtsklave sein‘ wird überhaupt nicht dargestellt und ergibt überhaupt keinen Sinn. Ehrlich gesagt hat er was von nem Gary Stu (männliche Mary-Sue). Nerv! Und seine selbstzerstörerische, masochistische Ader wird ersetzt durch ‚Wenn ich groß bin, will ich aus diesem Appartmentkomplex raus‘. Owen hat Zukunftspläne, Oskar will nur den Kitzel der Gegenwart.

  • Das Gelaber über Religion und ‚Gut und Böse‘, das im Remake halbherzig angeschnitten wird, geht auf den Sack, und warum zur Hölle haben sie am Anfang zweimal Wonald Weagan reingeschnitten?? Das riecht für mich nach Zwangsamerikanisierung. Weil, wenn sie das als weiteren Layer in der Geschichte hätten anlegen wollen, hätten sie es verdammt noch mal richtig machen und anständig durchziehen sollen.
  • Sexismus wird im Remake auch halbherzig angeschnitten.
  • Irgendwas an der Kameraführung geht mir gegen den Strich, und weil ich null Ahnung von sowas habe, werden wir wohl nie erfahren, was genau.
  • Im Remake wird echt jeder Scheiß nochmal im Detail erklärt, während man beim Original mitdenken darf.
  • die menschliche Gewalt im Remake kommt sehr plakativ daher – vor allem in der Schwimmbadszene – wird nicht durch die Heulsuse in einen emotionalen Rahmen gestellt und hat dadurch nicht dieses creepy-sneakige, das sie im Original bekommt. Ich hab den Eindruck, dass das Remake darauf aus ist, Menschen und Vampire als gleichermaßen grausam und blutrünstig darzustellen, während das Original menschliche Gewalt als Abweichung portraitiert. Ich hab keine Ahnung, ob das Absicht ist – um das einzuschätzen, muss ich das Buch lesen; der Autor hat auch das Script fürs Original geschrieben, und wenn das eines der Themen ist, wirds im Buch wohl auch so vorkommen.

Was mir am Remake gefällt:

  • keine Katzen, die Vampire hassen, auch wenn ich sagen muss, dass es doch ein nettes Old School Gimmick ist, das Vampiren einfach noch mehr Eigenschaften gibt
  • die Szene, in der Abby Owens Blut vom Boden leckt, gefällt mir partiell besser im Remake, weil wir da Abby schön à la Exorzist sehen, und ich mag sowas
  • Abbys Akrobatik ist nett; die stellt das Übernatürliche Element schön raus
  • dass Owen zusieht, wie der Jocke-Ersatz gekillt wird, fand ich nett

Fazit:
Alles in allem find ich das Remake jetzt nicht so grottig wie mir vorhergesagt wurde, aber das Original ist wirklich um Längen besser und hat ein deutlicheres Feeling von ‚Hier passiert Psychologie‘. Mal sehen, ob dieser Eindruck noch besteht, wenn ich das Original zum zweiten Mal gesehen habe; sowas birgt ja immer die Gefahr der unerwarteten Desillusionierung.

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