Recherchetools, die ich noch brauche: Die Fluchsuchmaschine

/ April 19, 2012/ Die Psyche der Verfasserin, Meine Schreibe und ich/ 2Kommentare

Es gibt ja durchaus Möglichkeiten, Schimpfwörter in anderen Sprachen aufzutreiben. Das Problem ist, dass es kaum vernünftige, authentische Schimpfwortketten zu finden gibt.
Wenn ich mir so mein eigenes Fluchverhalten ansehe, beruhigt mich das zwar ein bisschen, weil es sich durch Redundanz und weitgehend anarchische Semantik auszeichnet, so dass ich zumindest eine Rechtfertigung habe, wenn ich einem Charakter etwas zusammenschustere, das nicht ganz dem klassischen Fluchschema der Zielsprache folgt.
Aber das Fluchen ist Teil des poetischen Sprachraums, und man kann das wenigste direkt übersetzen; man muss gefühlte Entsprechungen suchen, die aber vor allem aus kompletten Fluchausdrücken bestehen, deren Sinn und Saftigkeit nicht unbedingt erhalten bleibt, wenn man sie rekombiniert.

Wenn ich zum Beispiel eine Französin „Verfickte Drecksscheiße“ sagen lassen will, reicht ein einfaches ‚Putain de merde‘ nicht aus, weil es die Redundanz nicht enthält. Aber kann ich einfach ‚Chiante putain de merde‘ nehmen, wobei ‚chiante‘ – beschissen – das ‚merde‘ – Scheiße – anstelle des ‚Drecks-‚ dupliziert? Und ist das ‚verfickt‘ über das Wort ‚putain‘ – Hure – semantisch enthalten? Hat ‚putain‘ die gleiche Feuerkraft wie ‚verfickt‘? Ich weiß es nicht! Und das ertrag ich grad nicht.

Ich brauche dringend eine Fluchsuchmaschine – oder Charaktere mit weniger vulgärem Mundwerk.

Related Post