Re:Urlaub

/ Juli 7, 2013/ Meine Schreibe und ich, Randgedanken/ 0Kommentare

Ich war gerade anderthalb Wochen im Urlaub in Frankreich. In dieser Zeit habe ich Dinge getan, von denen ich hier berichten möchte. Manches war erfolgreiches Tun, anderes eher so ein Rohrkrepierer.

Fangen wir mit den Rohrkrepierern an.

1. Ich habe versucht, ‚Die Pest‘ von Camus zu lesen. Ich habe auch ein paar Notizen gemacht, um nachher einen Artikel über das Buch schreiben zu können. Leider habe ich auf Seite 10 oder so festgestellt, warum ich damals das Buch so furchtbar trocken geschrieben fand, dass ich zwei Anläufe brauchte, um es zu lesen: Der Grund ist, dass das Buch furchtbar trocken geschrieben ist. Quelle surprise!
Aber ich bin zuversichtlich, dass es auch diesmal im zweiten Anlauf klappen wird, und ich einen super tollen Artikel dazu schreiben werde. Irgendwann. Wenn ich mal in der Stimmung bin. Für furchtbar trocken geschriebene Bücher.

2. Ich habe versucht, ‚Menschenkind‘ von Toni Morrisson zu lesen. Ich habe dabei keine Notizen gemacht, weil ich irgendwie keine Worte finden konnte (das Buch ist sehr freischwebend geschrieben, fast Stream-of-Consciousness, und schwer zusammenzufassen, zu verstehen usw.). Leider habe ich auf Seite 40 oder so festgestellt, dass dieses Buch so unglaublich seelenzerfressend deprimierend ist, dass ein Urlaub nicht der richtige Zeitpunkt ist, um es zu lesen.
Aber jetzt bin ich ja wieder zuhause, und vielleicht hab ich irgendwann die Möge, meine Seele ein bisschen annagen zu lassen. In dem Zusammenhang will ich dann auch ‚Vom Winde Verweht‘ nochmal lesen und die Darstellung von Sklaverei in beiden Büchern vergleichen. Sofern man Äpfel mit Roten Gasriesen vergleichen kann.

3. Ich habe versucht, ‚Sartre‘ von Arthur C. Danto weiterzulesen. Allerdings ist mir beim Überfliegen meiner Textmarkierungen und Randnotizen von früheren Leseanläufen plötzlich aufgefallen, dass Sartre zwar ein paar ganz witzige Einfälle hatte, ansonsten aber vollkommen hysterisch und ziemlich bekloppt ist. Einen Artikel dazu gibts trotzdem, aber nicht jetzt, sondern später.

4. Ich habe versucht, ‚Sade – A Sudden Abyss‘ von Anni Le Brun weiterzulesen. Aber mein Hirn wollte nicht englischen, also hab ichs gelassen. Außerdem ist es irgendwie frustrierend, zu versuchen, de Sades Philosophie mit seinen Geschichten zu vereinbaren. Ich glaube, der Mann hatte extrem gute Ideen, aber absolut nicht den geringsten Ansatz von Talent dafür, diese Ideen mit dem Vehikel seiner Geschichten zum Publikum zu transportieren, und außerdem eine wirklich abartige Phantasie (und das von mir gesagt, will schon was heißen…).

Und hier die Erfolge:

1. Ich habe knapp 20 Seiten am ‚Kunstwerk‘ überarbeitet/neugeschrieben und habe endlich endlich endlich endlich den ‚zweiten Akt‘ der Geschichte erreicht. Ich bin soooo aufgeregt! :D Im ‚ersten Akt‘ hab ich schon enorm viel geändert, aber der neue ‚zweite Akt‘ setzt auf einer komplett anderen Prämisse auf als die alte Version. Das ist alles SO NEU; OMGGGGG!!!

2. Zwischendurch hatte ich mal keinen Bock mehr auf Kuwe und habe mal flott 89 Seiten ‚Bitter‘ drübergelesen, was tatsächlich ein passender Begriff ist, weil ich kaum was ändern musste. Bis auf den Prolog, der allerdings nicht fertig geworden ist, bevor ich keinen Bock mehr hatte. Aber ich habe einiges geändert, und dazu gibts demnächst vielleicht auch einen Artikel. Erzählchronologie und sowas, Vollständigkeit und Eigenständigkeit von Geschichten.

3. Ich habe ganze zwei mal trainiert*, aber nur weil es die erste Woche ständig geregnet hat und es nicht öfter ging.

4. Ich war 99% der Zeit sowas von mega gut drauf. Alter.

5. Ich war mehrmals im Wasser, bei 15-17°C :D Meine Temperaturskala:
– Kalt = der Nacken wird steif, bevor man anfängt zu frieren (≤15°)
– Warm = man fängt an zu frieren, bevor der Nacken steif wird (16-17°)
– Richtig warm = man fängt weder an zu frieren, noch wird der Nacken steif (≥18°)

Ich hatte großen Spaß. In der Hängematte aufm Laptop klappern, über mir Pinien, unter mir Sand, hach…

Und hier das Meer:

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* gedehnt und ein bisschen Eigengewichtsübungen, wenn grad keiner geguckt hat

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