Joanna

In Wirklichkeit ein namenloses, leider blondiertes OK ICH GEBE AUF JOANNA IST BLOND JA SIE IST BLOND OBWOHL ICH SEIT ANBEGINN IHRER EXISTENZ VERSUCHE SIE BRÜNETT ZU MACHEN SIE WEIGERT SICH SIE IST BLOND JOANNA IST BLOND BLOND BLOND *keuch* *hechel* *dampf* Model, fotografiert von Maxim Mashnenko Wer mir sagen kann, wie sie heißt, kriegt einen Keks. Danke.

Joanna Elin Murray ist ein nettes Mädel Anfang zwanzig mit viel Talent am Cello.
Sie eröffnet die Geschichte damit, dass sie sich daran macht, mal eine Woche von ihrem Freund, ihrer Wohnung, ihrem Musikstudium und überhaupt der ganzen nervigen Welt wegzukommen. Als Ziel für ihre Flucht wählt sie dummerweise das Grundstück, auf dem der Maler residiert – seine Tarnung per ‚hier wohnt eh keiner, alles uninteressant, geh woanders spielen‘ funktioniert anscheinend etwas zu gut. Doppelt dummerweise sieht sie der Geheimnisträgerin sehr ähnlich, die der Maler in seinem Traum gesehen hat. So kommt es, dass er sie mitten in der Nacht aus ihrem Zelt holt und in sein Haus bringt.
Joannas erste Zeit mit dem Maler besteht für sie aus der Aufgabe, heil wieder aus der ganzen Sache rauszukommen. Doch je mehr sie über ihn erfährt, desto unklarer wird ihr ihre Rolle und die Beziehung die sie zum Maler haben muss und möchte. Der Kontakt mit dem psychisch kranken, zugleich begabten und unbeholfenen Mann lässt sie einfach nicht kalt.
Wie gesagt, Joanna ist ein nettes Mädel. Zu nett vielleicht, angesichts der Watschen, die sie sich in ihrem Leben schon eingefangen hat; zu sehr bereit, sich auf ihr Gegenüber einzulassen, in der Hoffnung, etwas Liebenswertes zu finden.
Sie ist jedenfalls der einzige Charakter in der Geschichte, der nicht den Kopf so tief im eigenen Hintern stecken hat, dass sie ständig die Leute um sich her anrempelt, weil sie sie einfach nicht sieht. Joanna rempelt nur manchmal. Und dann tut es ihr auch tatsächlich leid.