Schreibwahnsinnige Montagsfragen – Folge 01

/ August 23, 2014/ Die Psyche der Verfasserin, Meine Schreibe und ich/ 1Kommentare

Die „Montagsfrage für Autoren“ von Schreibwahnsinn – Nach einem Konzept von Paperthin

Hast du je ein Cover für eines deiner Bücher entworfen oder es dir vorgestellt?
Aber sicher doch.
Das Cover vom Skeptizismus-Kit1 habe ich selbst gebastelt, das erste Cover für Perlen für die Säue auch, und für das Cover der Rohversion von ‚Das Prinzip der Schönheit‘ (‚Das Kunstwerk‘) hab ich das Konzept… ich würde nicht sagen ‚entwickelt‘, weil ich gleich meine erste Idee verwendet habe, aber es ist auch aus meinem Kopf rausgefallen.
Für die polierte Version von PdS habe ich ein paar Entwürfe und Ideen, aber noch nichts festes. Für ‚Bitter‘ hab ich das Cover zu 90% fertig.

Wer oder was inspiriert dich zu deinen Charakteren?
Das ist ganz unterschiedlich, aber meistens eine Mischung aus diesen Faktoren:
– Notwendigkeit (ein Charakter muss so oder so sein, damit er auf diese oder jene Weise wirkt)
Recherche (ich lese viel von und über Menschen, die sich in der Situation befinden, in die ich meinen Charakter stecken möchte, und da finde ich Sachen, von denen ich denke ‚Ja, so ist mein Charakter auch‘ oder ‚So ist mein Charakter auf keinen Fall‘)
Entwicklungsarbeit (es gibt immer wieder Phasen, in denen ich mich gezielt mit einem Charakter beschäftige und Sachen ausprobiere, und dabei poppen sehr oft neue Eigenschaften auf, oder ich entdecke, dass eine Sache nicht so wirkt, wie ich das vorgesehen hatte)

Wie findest du Titel für deine Projekte?
Ich nehme entweder das erste was mir einfällt, oder das erste was mir einfällt, wenn mir das erste, was mir eingefallen ist, nicht mehr gefällt. Äh… Ja. Deshalb haben meine Geschichten entweder das Thema der Geschichte oder das vorwiegende Gefühl zum Titel.
Ich find Titel auch einfache nicht so wichtig. Man kann einer Geschichte nie mit nur ein paar Worten gerecht werden.

Lässt du Szenen und Kapitel unfertig stehen oder schreibst du weiter?
Ich schreibe charaktergetriebene Geschichten, die voller Entwicklungen sind. Entsprechend kann ich nicht einfach eine Lücke lassen, wenn es wo hakt, auch wenn ich für die nächste Szene schon wieder einen klaren Plan habe. Ich muss zu jeder Zeit bescheidwissen, was meine Charaktere empfinden, denken und wollen, alles baut aufeinander auf.
Also: Ich hol ich meine Systematisierungskiste raus und beackere das Problem so lange, bis ich es gelöst habe und weiter schreiben kann.

Wie findest du neue Ideen?
Ideen lauern überall. Vor allem im Internet und in meinen Tagträumen. Ich kann sie aber auch anlocken. Wie das geht, erkläre ich in meinen Artikeln zur Brande-Methode.

Welchen Charakter – eines anderen Autors – hättest du gerne geschrieben?
So einige. Aber deshalb hat Gott den Menschen ja auch die Fanfiction geschenkt. Und da kein Charakter anderer Leute jemals perfekt ist, kann man auch die guten Aspekte für einen eigenen Charakter übernehmen und die schlechten durch etwas besseres ersetzen. Da entwickelt sich dann schnell ein ganz ur-eigener Charakter draus – weil der Plot ihn verändert und die Inspiration Amok läuft und so.

Sind deine Projekte plot- oder character-driven?
Charaktergetrieben. Definitiv. Plotgetriebene Geschichten fühlen sich für mich immer wie ein Jump-and-Run-Spiel an, gehe nach A hole Gegenstand B, besiege Bösewicht 1, nächstes Level. Am besten dann noch als Buchserie, wo jeder neue Endgegner eins auf den vorherigen draufsetzen muss oder so.
Plot ist auch so… kurz. Das einzige, was man tun kann, um ihn zu verlängern, ist, entweder exzessiv die Welt beschreiben, oder eben Charaktere einbauen, die dem äußeren Jump-and-Run-Plot noch einen inneren Gefühle-und-Beziehungen-Plot hinzufügen.


1 Die vollständig überarbeitete zweite Auflage ist fast fertig und sollte im Laufe der nächsten 4 Wochen als e-book-Experiment in die Welt hinaus wandern2.
2 Hahahahaaaaaa, never mind the optimism!! *hände vors gesicht schlag und wein*

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