The Hills Have Eyes -> Berryman -> HWS -> Wheee!

/ November 9, 2012/ Das Prinzip der Schönheit, Meine Schreibe und ich/ 0Kommentare

Michael Berryman in (Englisch) 'The Hills Have Eyes')(An alle, die bei HWS an Halswirbelsäule gedacht haben: Haaaaaaaaa! Verarscht :D Michael Berryman gibt euch ein höhnisches Side Eye.)

Da ich ja derzeit in Bezug auf Das Kunstwerk das Radikale Neuüberdenken übe, habe ich mir natürlich auch den Körper meines liebsten Serienmörders von allen nochmal vorgenommen.

Der Kleine braucht ungewöhnliche Hände, weil aus Joannas Reaktion darauf und der Reaktion des Malers auf ihre Reaktion das Mordgeständnis resultiert. So.
Aus irgend einem unerfindlichen Grund habe ich ihm seinerzeit ein zusätzliches Daumengelenk angedichtet. Sowas ist erstaunlich unauffällig, wirkt aber cool – find ich – und hat außerdem den Bonus, dass der Mann voll die Griffweite hat.
Da unsere Vorfahren vor der Erfindung des Ur-Daumens an allen Fingern die gleiche Anzahl von Gelenken hatten – nämlich zwei, und fragt mich nicht, wie viele Stunden ich dafür recherchiert habe – haben wir die Gene dafür noch rumliegen (also, die Mutation, die den innersten Finger kürzer macht, kann kaputt gehen, so dass der Daumen in Sachen Gelenke das gleiche Programm durchläuft wie die anderen Finger). Ich hab dann nach Bildern gesucht wie bekloppt und viele Bilder von ungewöhnlich geformten Händen und Fingern gefunden, aber nicht ein einziges mit zusätzlichen Gelenken. Allerdings fand ich auch einen Artikel über einen Einzelfall von witzig betitelbarer Nageldysplasie und dachte mir, wenn ein indischer Handwerker das kann, sollte ein französischer Serienmörder auch zu sowas in der Lage sein.

Nun neige ich aber bekanntermaßen zu einem schmerzhaften, teilweise bis ins Groteske übertriebenen Perfektionismus, so dass mir die Just-so-Erklärung nicht wiiiiirklich zum Glücklichsein reichte.

Dann stolperte ich im Rahmen meiner Horrorfilmsuche über eine Liste der tollsten Horrorfilme ever, die auch die Originalversion von ‚The Hills Have Eyes‚ enthielt, mit einem Text, der erklärte, dass der Schauspieler Michael Berryman nach eigenen Angaben mit 26 Geburtsfehlern zur Welt gekommen ist. Da musste ich natürlich gleich gucken, was das denn nun schon wieder heißen soll. Stellt sich raus, er kokettiert, aber cool sieht er trotzdem aus. Die Genvariation, die er verkörpert, nennt sich ektodermale Dysplasie. Unter diesem Oberbegriff sind 150 verschiedene Syndrome zusammengefasst, die sich so ganz allgemein durch ungewöhnliche Körper(un)behaarung, ungewöhnliche Zähne und ungewöhnliche Fingernägel auszeichnen.
‚Aha!‘ dachte ich mir. Und dann klickte ich mal alles an, was da anzuklicken war, und gleich das erste, das da aufpoppte, erfüllte all meine Hoffnungen und noch viel mehr. Denn siehe:

Two features differentiate Hay-Wells syndrome from other ectodermal displasias. First, the syndrome is associated with cleft palate, and, less often, cleft lip. Second, the edges of the upper and lower eyelid grow bands of fibrous tissue, often causing them to be fused together. This condition in the eyelids is called ankyloblepharon filiforme adnatum.

Meaning: Klick.

Der_die wundervolle_n Doktor_innen Hay, Wells und/oder Hay-Wells haben also ein Syndrom identifiziert, das sowohl ungewöhnliche Fingernägel, als auch ungewöhnliche Körperbehaarung, als auch eine Lippenspalte beinhaltet. Haaaaaa!!! In Momenten wie diesen bekommt ein kleines Engelchen seine Flügel oder sowas.

Das bedeutet, dass ich den Körper des Malers mit bloß zwei Worten erklären kann. Nämlich:
1. ‚Hay-Wells‘ – erklärt die fehlenden Wimpern und Augenbrauen, die fehlenden Scham- und sonstigen Körperhaare, die rattige Matte aufm Kopf, die Lippenspalte, die fehlenden Fingernägel (an Daumen, Zeige- und Mittelfinger, an Ring- und kleinem Finger sind sie gekerbt und schmal) *und* als interessanten Bonus – um den ich aber grad noch so ein bisschen rumstreiche, weil es vielleicht Overkill sein könnte – konisch geformte Schneidezähne. Jawohl, koNisch, mit N wie Konus. Denkt euch Nosferatu, nur weniger lang. Hier sind drei Beweisfotos. Und jetzt stellt euch einen fuchsteufelswilden Neunjährigen mit solchen Zähnen vor. Da spielt das Hirn automatisch die Musik der Duschszene aus Psycho ab und weicht laaaangsam ganz weit in den Schädel zurück.
2. Etwas frei erfundenes, das dazu führt, dass statt einer Nase nur ein großes Loch entsteht.

Das gefällt mir jetzt alles in allem ziemlich gut. Muss mich noch ein bisschen dran gewöhnen und die Bilder in meinem Kopf etwas umgestalten, aber es macht die ganze Sache plausibler.

Und das wars auch schon.

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