The Knife of Never Letting Go. Oder: Es hätte so schön sein können!

/ Dezember 25, 2014/ Reviews, Schlecht erzählt/ 2Kommentare

KnifeNeverLettingGoIch hab grad mal geguckt, aber anscheinend hatte Ela mir nur am Telefon davon erzählt und keinen Post dazu geschrieben, den ich hier verlinken könnte; vielleicht hat sie Lust, ihre Meinung kurz in die Kommentare zu hacken?

Naja, jedenfalls hat sie mir das Buch ‚The Knife of Never Letting Go‚ von Patrick Ness geschenkt, nachdem sie es nicht weiterlesen wollte und ich von Klappentext und Leseprobe auf amazon so voll großäugig gemacht und angefixt wurde und so.
Ich bin von der Seitenzahl her glaub ich weiter gekommen als Ela, aber auch ich habe beschlossen, zu kapitulieren (auf Seite 294) und den Rest der Story nur noch zu überfliegen.

Warum, das erklär ich hinter dem ‚more‘. Spoiler voraus!

Es fängt gut an
Die Prämisse der Geschichte ist erstmal großartig. Ein fremder Planet, New World, mit menschlichen Siedlern, die – angeblich – von den dort ansässigen Aliens mit einem Erreger infiziert wurden, der dazu führte, dass – angeblich – alle Frauen starben und die Männer/Jungs jetzt ihre Gedanken jetzt radiomäßig in die Gegend abstrahlen. Dann entdeckt Todd in den Sümpfen außerhalb seines Dorfes, etwas, das er dringend geheim halten muss, was natürlich nicht klappt Punkt Punkt Punkt

Vor meinem inneren Auge sah ich eine Geschichte, in der diese rein männliche Dorfgemeinschaft geschildert wird, wie sie mit der Situation umgehen, und in der die naheliegenden und überraschenden Implikationen und Konsequenzen ständiger, ununterdrückbarer telepathischer Kommunikation erforscht werden, und das alles im Kontext außerirdischer Vegetation und komplexer interspezies Beziehungen.
Ah, die Möglichkeiten!
Und am Anfang schien das Buch auch zu liefern, was ich mir versprochen hatte. Wir folgen Todd in der Leseprobe in den Sumpf, wo er eine sonderbare Stille entdeckt – unterwegs erfahren wir die Siedlungs-Historie, die Todd erzählt wurde und die natürlich überhaupt nicht wahr ist – dann zurück ins Dorf, wo wir einen – so dachte ich – ersten Einblick in die Gedanken der anderen Dörfler erhalten.

Ich weiß, dass der Stil Ela nicht so gefallen hat, weil der Protagonist, Todd, nur so ansatzweise lesen und schreiben kann und manche Worte phonetisch buchstabiert (stayshun, creacher, populayshun). Mich hat das überhaupt nicht gestört (ich hab nur an einer Stelle länger sinnend dagesessen und mich gefragt, ob es ‚preacher‘ oder ‚preature‘ geschrieben wird, so wegen ‚creacher‘ und ‚creature‘).
Todds Erzählweise ist außerdem irgendwo zwischen informellem ‚Ich erzähle, wie mir der Schnabel gewachsen ist‘ und Stream of Consciousness. Find ich beides nett. Ich mag es, wenn die Erzählweise meandert und nicht an irgend einen strengen Plan gebunden ist. Hier und da gibt es trotzdem Stilbrüche, aber nicht viele, und es ist sehr erfrischend, wenn Viola endlich anfängt zu reden und ihre gebildete Ausdrucksweise neben der von Todd steht.
Das Buch liest sich leichtgängig, durch Todds unstete Art werden Längen gekonnt kaschiert (oder entstehen sie erst durch Todds unstete Art? Ich weiß nicht, jedenfalls haben sie mich nicht gestört.)

Tiere können übrigens sprechen, in dieser Welt. Auch so ein Alien-Angriff-Ding. Man kann sehr sehr sehr sehr sehr viel falsch machen mit sprechenden Tieren. Aber die Tiere von New World haben nicht viel zu sagen. Todds Hund Manchee ist wirklich gut umgesetzt.
„Todd! Todd! Squirrel! Todd? Poo, Todd. Good poo. Todd, crying? Blood? Blood, Todd?“ Manchee hat eine Persönlichkeit, aber er wirkt nicht zu vermenschlicht und wird auch nicht übermäßig zum Plotwerkzeug gemacht.
Noch so ein Ding, das mir wirklich Hoffnungen für diese Geschichte gemacht hat.

Es geht auch erstmal gut weiter
Das Erzähltempo ist eher langsam und es wirkt exploratorisch geschrieben, also als hätte sich Ness hingesetzt und mal geguckt, was passiert, im Hinterkopf nur die klassische Heldenreise und die feste Überzeugung, dass man auf keinen Fall „zu früh“ „zu viel“ „verraten“ darf. Letzteres ist meiner Ansicht nach absoluter Bullshit, aber da kommen wir noch zu.
An sich mag ich exploratorisch geschriebenes. Es wirkt spontan, weil es spontan ist, es wirkt organisch, weil es organisch ist, und es hat ein Flair von echter, chaotischer Realität, das man mit einer geplanten Geschichte faktisch niemals erreichen kann.
Aber während ich mich bei ‚Lost‘ ab Mitte der zweiten Staffel verarscht gefühlt habe und ‚Game of Thrones‘ langweilig geworden ist, weil ich mich nicht mehr traue, mit einem Charakter mitzufiebern (alle alle alle verrecken!!!), ist bei The Knife offensichtlich, dass man Enthüllungsgeschichten nicht einfach so schreiben kann, ohne sich vorher ganz genau überlegt zu haben, was man wo ‚gefahrlos‘ verraten kann!

Ein paar Kleinigkeiten bevor ich die Sau raus lasse
Die Alien-Krankheit ist ein Sinnbild. Ich mag Sinnbilder nicht. Sinnbilder hören immer auf, sinnig zu sein, bevor die Autorin aufhört, sie zu benutzen. Aber das Sinnbild der Alien-Krankheit ist wirklich super stark.
(Triggerwarnung: Machtdynamik zwischen ‚den Geschlechtern‘)
Die Männer funken jeden ihrer Gedanken, jedes ihrer Gefühle, jedes ihrer geistigen Bilder (in denen Frauen willige Lustobjekte sind), absolut alles lautstark in die Gegend, egal ob man zuhören will oder nicht, während man vom inneren Leben der Frauen nur weiß, was sie einem verraten.

In der realen Welt1 Europamerikas ist es auch so. Die Medien strotzen nur so von der Perspektive der Männer, der Male Gaze – das männliche Blickverhalten – ist ein akademischer Begriff, der die Machtdynamik in der Darstellung von Frauen als geistlose Lustobjekte meint, Männer machen den Großteil der Politik, auch da wo Frauen davon betroffen sind (Persönlichkeitsrechte, Verhütung, Abtreibung, V*rgew*ltigung, Frauenquote, Mutterschutz), Männer leiten die großen Konzerne, Männer haben die Geschichte der Politik und der Wissenschaft geschrieben (weshalb Frauen praktisch nur als NPCs drin vorkommen) und mehr als einmal haben Männer den Nobelpreis für eine Entdeckung eingeheimst, die eine Frau gemacht hat. Männer schreiben die Drehbücher, Männer führen Regie, Männer stehen hinter der Kamera, Männer entscheiden, ‚was sich verkauft‘, Männer – weiße, mittelständische, christliche, heterosexuelle cis-Männer – sind das Gesicht und das Sprachrohr dieser Gesellschaft und halten sich sogar für das Sprachrohr der gesamten Menschheit.

Frauen haben traditionell kaum eine Stimme, und da wo sie eine haben, werden sie rückwirkend totgeschwiegen. Frauen werden von Männern dargestellt. Weibliche Charaktere in Büchern und Filmen sind Abbildungen männlicher Konzepte, die sich wiederum aus anderen männergemachten Medien speisen.
Es wurde lange – unter Männern – diskutiert, ob Frauen eine Seele haben, dass Frauen nicht gebildet sein sollten, weil es sie nur gaga macht, dass Frauen ihre Gefühle nicht unter Kontrolle haben, wenn sie menstruieren, dass sie selbst schuld sind, wenn ein Mann sie verprügelt oder v*rgew*ltigt, dass Frauen intellektuell nicht in der Lage sind, ein Wahlrecht wahrzunehmen, ihren eigenen Besitz zu verwalten, sich selbst zu ernähren.
All diese Männer kannten Frauen persönlich. Aber das gesellschaftliche Meme, dass Frauen an sich der Milchkuh gleichgestellt gehören, war so allgegenwärtig und selbstverstärkend, dass die Männer die Stimmen dieser Frauen 1. nicht hören wollten und daher 2. nicht hören konnten.

Mundtot gemachte Frauen und ohne Unterlass schreiende Männer. Sehr eindrucksvoll.
Und Viola sagt: „Dass du nicht hören kannst, was ich denke und fühle, bedeutet nicht, dass ich keine Gedanken und Gefühle habe. Es tut mir weh, wenn du denkst ‚Sie ist leer, sie ist nichts‘.“

Das Problem ist, dass bei all dem Todd ein absolut typischer Teenager – nach Patriarchatsmaßgaben – ist. Ungebildet, absolut allergisch dagegen, schwach oder ‚dumm‘ zu erscheinen (er rastet mehrfach aus, weil Viola lesen kann und er nicht und will es sich auch von ihr nicht beibringen lassen), flapsig und irgendwann so sauer darüber, dass er ein zu integrer Kerl ist, um zwei seiner Erzfeinde umzubringen, obwohl er mehrfach die Chance dazu hätte, dass er schließlich ein total wehrloses Alien ermordet.
Ich meine, ja, er entstammt Prentisstowns absoluter Männergesellschaft, aber sein einer Ziehvater wird explizit als freundlich und gewaltlos beschrieben, und in dem Kontrast zwischen Todd/Ziehvater und dem Rest von Prentisstown steckt wesentlich mehr Potenzial für Reflektion und Entwicklung als in der wiedergekäuten Heldenreise, die verlangt, dass der Held sich vorübergehend auf die Dunkle Seite schlägt, damit er was zum Dafür Büßen hat.
Es ist so frustrierend, wenn einem völlig überkommenen Erzählkonzept mehr vertraut wird als den Möglichkeiten des Setups.
Ich meine, ich habe mit Todd gefiebert, keine Frage, aber dass er das Alien tötet? Out Of Character. Die Sache ist okay, bis er das Alien tatsächlich absticht. Es wollen kann er gerne, sich erstmal auf das Alien stürzen kann er gerne, aber er merkt, dass das Wesen deutlich schwächer ist als er, dass es Angst vor ihm hat, dass es keine Bedrohung darstellt, und Viola ist da und versucht, ihn aufzuhalten, und es wäre kein Problem, das Alien dann fliehen zu lassen; Todd könnte genau so entsetzt über sich sein, Viola genau so abgestoßen, aber Todd wäre integer geblieben, er hätte seine eine große Stärke behalten können. Stattdessen ist Todd jetzt unwiederbringlich im Arsch und ich habe jedweden Respekt vor ihm verloren.
(Und dann taucht mal wieder Erzfeind N°1 auf, s.u…)

Was das ganze noch nerviger macht ist, dass Todds viele verstrichene Gelegenheiten, seine Erzfeinde zu töten, nur daraus resultieren, dass Erzfeind N°1 scheinbar absolut nicht totzukriegen ist. Erst von Krokodilen attackiert, dann mit einem Stein in einer Pfütze heftigst niedergeschlagen, und doch taucht er nicht nur immer wieder auf – wenn auch deutlich lädiert, so mit Gesicht in Fetzen und so – er ist auch so super fit, dass er schneller ist als eine kleine berittene Armee.
Bösewicht ex machina. Erzfeind N°1 passiert, damit was passiert. Er müsste nicht passieren, aber wenn er nicht passiert, passiert ja nix, also passiert er.
Das ist so ausgelutscht und langweilig.

Und die Geschichte läuft trotz ihrer wundervollen, weitreichenden Prämisse auf bloßes Jump’n’Run mit eifersüchtig gehütetem Geheimnis raus.

EDIT:
Hab noch was vergessen – so wie Ness offensichtlich auch…:
Todd wächst in dem Glauben auf, dass sein Dorf das einzige ist, das noch existiert, und dass es keine Zukunft gibt – da keine Frauen und entsprechend keine Kinder. Alles geht den Bach runter, es gibt eigentlich keinen Grund, weiterzumachen.
Dann findet er raus, dass es sehr wohl noch andere Siedlungen gibt, dass es Frauen gibt, dass es Kinder gibt. Aber abgesehen davon, dass er mehrmals über diesen Fakt erstaunt ist, regt sich in ihm nichts.
Keine Hoffnung, kein ‚OMG, da ist eine ganze WELT da draußen! Menschen mit anderen Erfahrungen, an anderen Orten, mit anderen Gesellschaften, es gibt eine Zukunft, es gibt Gründe, zu leben, es gibt all diese vielen Dinge!!“ Nein, er ist nur überrascht, Kinder zu sehen.
Klar, er ist auf der Flucht, aber an sich in dem Moment sicher, und während er die Scheune auskehrt, hätte er so viel Zeit, nach vorne zu denken; aber er bemerkt nur, dass es in Farbranch ruhiger ist als in Prentisstown, dass die Frauen das Sagen zu haben scheinen, dass es aber auch in Farbranch gewalttätige Individuen gibt. Er fragt sich, ob er in Farbranch wird bleiben können, aber darüber hinaus? Keine Fantasien, keine Neugier, keine Aufregung, kein Hochgefühl, keine weit aufgerissenen Augen, keine millionen von Fragen. Nope. Todd kehrt dumpf die Scheune und denkt ‚Irgendwie anders hier‘.
/EDIT

Hier kommt, was mich sauer macht
Es ist nicht so, dass Ness „zu früh“ „zu viel“ verrät. Ich glaube nichtmal, dass es überhaupt möglich ist, „zu früh“ „zu viel“ zu verraten – es sei denn natürlich, das Endlich Wissen Wollen ist das einzige, was eine Leserin irgendwie an der Geschichte interessiert halten könnte.
Es ist vielmehr so, dass Ness an mehreren Stellen eine Unterbrechung von außen kommen lässt, bzw. den Charakter einfach nicht weitersprechen lässt (!!!!!!!!11!!!!) nur damit um Himmels Willen in den ersten 5/6 der Geschichte NICHTS „verraten“ wird.
O. M. G.

Aber das ist nur die Spitze des Eisberges.
Hier ein Teil seiner unfassbaren Basis:
Es ist so, dass Todd bei seiner Flucht das Tagebuch seiner Mutter dabei hat, von dessen Existenz er bis dahin nichts gewusst hatte, und das wohl die gesamte wahre Historie enthält. Er hat außerdem eine Landkarte und eine Notiz von seinem Ziehvater dabei, in der drinsteht, dass Todds Heimatdorf, Prentisstown, eine Armee ist, vor der er die anderen Siedlungen dringend warnen muss.
Aber Todd kann ja praktisch nicht lesen, oh nein! Deshalb trägt er das alles nur mit sich rum und niemand weiß, was drinsteht.
Warum nervt mich das so? Tja, naja, WEIL ES KEINEN VORTEIL FÜR DIE GESCHICHTE BRINGT, DAS ALLES GEHEIM ZU HALTEN!!! Im Gegenteil.

Meinetwegen lass Todd sehr langsam lesen, so dass immer wieder kurze Ausschnitte aus dem Tagebuch eingestreut werden können, aber lass ihn lesen! Lass ihn Gefühle und Gedanken zu dem haben, was er da liest, lass ihn die reiche innere Welt seiner Mutter mit der scheinbaren Leere in Viola kontrastieren, lass ihn diese Perspektive erforschen, lass ihn manche Dinge plötzlich besser und andere überhaupt nicht mehr verstehen, lass ihn damit umgehen! In dem Tagebuch steht mehr drin als nur „Prentisstown ist in Wahrheit voll böse.“

Und was ist mit dem sorgsam nur der Leserin, nicht aber Todd zugänglich gemachten Information, dass er die anderen Siedlungen vor Prentisstown warnen muss? Er und Viola kommen in dem winzigen Ort Farbranch an, wissen nur, dass fünf Leute aus dem Dorf aus irgend einem Grund hinter ihnen her sind, aber die Torwächterin von Farbranch sagt nur: „Ach pffft, ihr habt die Brücke abgerissen, jetzt kommt da keiner mehr über den Fluss. Alles cool, alles easy.“ Am nächsten Tag soll dann beschlossen werden, ob Todd und Viola in Farbranch bleiben dürfen, doch während der Versammlung bricht die Armee von Prentisstown über Farbranch herein.
Die Sache ist, dass die Geschichte identisch verlaufen wäre, wenn Todd den Leuten gesagt hätte „Hinter uns ist ein ganzes Dorf her und alle sind super gewaltbegeistert und bewaffnet!“ Farbranch wäre immer noch winzig gewesen und die Armee in der Überzahl. Die Torwächterin hätte immer noch sagen können „Ach pfffft, wie sollen die denn über den Fluss kommen?“
ABER die Leute hätten über Prentisstown diskutieren können, warum es sich zur Armee formieren wollen könnte, hätten Informationslücken in Todds Tagebuch schließen können, während Todd ihre Informationslücken mit dem Tagebuch schließt. Ein klareres aber immer noch unvollständiges, widersprüchliches Bild der Historie und der gegenwärtigen Ereignisse hätte entstehen können, und wenn Ness verdammt noch mal nicht will, dass Todd, Viola und Manchee Reisegenossen bekommen, hätte er die Armee eben mitten in die Versammlung preschen lassen können!
So ist alles, was wir in Farbranch erfahren, dass es Leute gibt, die Prentisstown insgeheim toll finden, und Leute, die Prentisstown so scheiße finden, dass sie selbst ein unschuldiges Kind ermorden würden, nur um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen.

Es ist so frustrierend. Die wahre Geschichte ist kein singuläres Faktum, das man in einem Hauptsatz unterbringen könnte und das alles entzaubert. Nein, die wahre Geschichte ist offensichtlich eine komplexe, aufrührende, menschlich, ethisch, sozial, gruppendynamisch, geschlechterpsychologisch und machtpolitisch weitreichende Angelegenheit, die man ganz locker, ohne jedwedes Problem über 500 Seiten aufarbeiten könnte, um danach immer noch genügend Stoff für zwei Folgebände zu haben.

Zwei Fazits
Erstens:
Ich habe das Gefühl, dass Ness die Geschichte absichtlich auf das einfachst mögliche runterreduziert hat, weil sie Young Adults als Zielgruppe hat, und Leute zwischen 16 und 25 bekanntlich von komplexen Themen sofort extrem gelangweilt sind und weinend weglaufen weil da muss man ja denken und das bildet ja weiter und iiiih.
Es geht mir auf den Sack, wenn Leute für eine Zielgruppe schreiben, sie aber offensichtlich überhaupt nicht kennen und lauter miese Vorurteile haben.
Ehrlich, Mr. Ness, Sie verschachern den kleinsten gemeinsamen Nenner und ekeln damit die Leute weg, die mit Ihrer Geschichte tatsächlich richtig was anzufangen wüssten.

Zweitens:
Es gibt zwei Arten von Geschichten.
1. Geschichten, in denen etwas passiert, damit man es irgendwann später mal erklären kann.
2. Geschichten, in denen etwas passiert, damit man zeigen kann, wie die Charaktere damit umgehen.

‚The Knife of Never Letting Go‘ ist Typ 1.
Ich mag Geschichten von Typ 2.

Ich hätte soooooo gern ein ‚The Knife of Never Letting Go‘ von Typ 2 gelesen!!!! Das wäre ein großartiges, großartiges Buch gewesen. *schnief*

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1 Ich verwende hier die Sprache und die Begriffe des patriarchalen, cis-normativen, binären Geschlechtersystems ohne inclusive Suffixe, weil Ness‘ Sinnbild auch nicht tiefer als ‚Penis vs Vagina‘ geht. Brauchbare deutschsprachige Info zum Thema Transgender gibt es u.A. hier.

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