Urlaubsmitbringsel

/ Juni 5, 2015/ Randgedanken/ 0Kommentare

Eine mit Büschen und anderen Planzen bewachsene Düne, darüber ein tiefblauer Himmel.

Ich war im Urlaub! In Frankreich, wie gewöhnlich, und wie ebenfalls gewöhnlich habe ich meiner mir liebevoll zugeneigten Leserschaft ein paar Dinge mitgebringselt.
Als da wären, zuerst einmal dieser Artikel hier, in dem die Leserin lernen wird, was sich in meinem Urlaube so zutrog und wie es mir allgemein ergangen ist, dann zwei Reviews – einmal zu ‚Sherlock Holmes und das Phantom der Oper‚ von Nicholas Meyer, das ich nach vielen vielen Jahren endlich mal gelesen habe (es wird dazu auch einen Companion-Artikel geben, der sich mit Leroux‘ Original beschäftigt, aber da hatte ich nur eine digitale Version dabei, die ich nicht so speedreaden konnte, wie ichs gern gewollt hätte) und einmal zu ‚Mord im Bergwald‚ von Nicola Förg, das ich von Schwiegerelterns zum Geburtstag bekam und zum Anlass nehme, ein paar Stildinge und mein grundsätzliches Problem mit Krimis und Plottwists zu erörtern – den Text, den ich auf der Rückfahrt geschrieben habe, und zuguterletzt ein noch zu erstellendes neues Design für meine Homepage (das aktuelle ist nur son Interims-Ding, weil ich das alte Design einfach nicht mehr sehen konnte, aber auch keine wirkliche Idee für was neues hatte ich bin sowas von uninspiriert, designhalber, deshalb noch ein interims blahblahblah sfz), bestehend aus Meer und Himmel und vielleicht ein paar Bäumen und Strandhafer, wir werden sehen.
Ich habe auch sehr viel und sehr produktiv an ‚Das Prinzip der Schönheit‚ gearbeitet, und das war überaus erfrischend.

Hier nun also mein Urlaubsbericht im Stile einer an sich formulierungsfähigen und zu strukturiertem Denken in der Lage seienden Person, die aber grad keinen Bock drauf hat, weil so wichtig ist es nun auch wieder nicht.

Dieser Urlaub war richtig nett. Anfangs war das Wetter nicht so der Burner, aber die letzte Woche war strandtauglich und ich war auch einmal ganz und einmal halb im Wasser. Ein bisschen beige bin ich auch geworden.
Was diesen Urlaub von vorherigen unterscheidet, ist, dass es mehr oder weniger ein Aktiv-Urlaub war, und zwar mit Absicht, und nicht, weil mein Mann sein Spielzeug in einen wirklich ausgesprochen hohen Baum geflogen hat und wir die Hälfte des Urlaubs damit zugebracht haben, etwas oder jemanden zu finden, der es wieder runterholt.
Normalerweise setzen mein Mann und ich uns im Urlaub wo hin und stehen nur auf, um an den Strand zu gehen und da rumzusitzen, weil das ist halt Urlaub. Dieses Jahr sind wir aber einige Male laufen gegangen, ich hatte meine Hanteln dabei, wir haben zwei Radtouren gemacht (davon war eine eigentlich nur eine Fahrt zum Strand, aber wir sind in die andere Richtung gefahren als sonst und mussten uns dann durch den Sand und einen sehr hügeligen, farnigen Hexenwald kämpfen, wurden von einem Vogel aufs Übelste beschimpft und alles war sehr abenteuerlich), ein paar Spaziergänge am Strand, waren auf der Dune de Pilat (ist halt ein Sandhaufen am Meer, von dem aus man Wasser und Bäume sehen kann, und die Strecke da hin war viel länger als gedacht und mein Rücken tat so weh weil ich meinen Bauchgurt für die erwartete kurze Strecke nicht mitgenommen hatte und dann war ich maulig und meinte „Ich hoffe, diese Düne ist nicht nur ein Sandhaufen am Meer, von der aus man Wasser und Bäume sehen kann, weil wenn wir jetzt so weit fahren, nur um auf einen Sandhaufen am Meer hochzuklettern, von dem aus man Wasser und Bäume sehen kann, fände ich das ziemlich kacke.“, aber dann als wir ankamen und ich pinkeln musste und eine super lange Schlange vor den Klos war, hab ich einfach hinter so einem halt da an ner Böschung rumstehenden Hüttchen gepinkelt, und das war die Sache dann schon wieder wert für mich und ich war wieder sehr gut gelaunt, denn in einem Landschaftschutzgebiet hinter eine Hütte zu pinkeln, hat in meinen Augen Charme, auch wenn mein Mann bei weitem nicht der erste war, der diese Idee hatte und ich ein Klo mit der gleichen Geruchsnote als vollkommen inakzeptabel bezeichnet hätte. Der Ausblick auf die Bucht von Arcachon war dann doch nicht unhübsch, und dann haben wir noch Bagels gegessen (in Arcachon selber, eigentlich wollte ich Crêpes, aber obwohl die ganze Strandpassage nach Crêpes gerochen hat, konnten wir keinen Laden identifizieren, der eindeutig Crêpes angeboten hat, und mein Mann wollte sowieso lieber was herzhaftes), die uns der Bagel-Mann noch gemacht hat, obwohl sein Laden eigentlich schon zu war, beim Rausgehen hab ich mir an einer Eisenstange sowas von den Oberschenkel angehauen, den blauen Fleck sieht man jetzt noch (sieht aus wie ein milchig-blindes dämonisches Auge, aber das Foto zeigts net so), und ich hab unser Parkticket aus Versehen in den Geldscheinschlitz gesteckt und das war sehr peinlich, aber es stand ‚Billet‘ über dem Schlitz und ich dachte ‚Parkbillett, ja klar‘ obwohl ich es hätte besser wissen müssen), dann haben wir unsere Zielscheibe im Wald hinterm Campingplatz aufgehängt und an ein paar Tagen geballert (wobei aber gleich der erste Schuss meines Mannes über die Zielscheibe hinaus ging und wir den Pfeil nie wieder sahen, obwohl mein Mann hartnäckig danach gesucht und den Waldboden quadratmeterweise umgepflügt hat – er kann sehr hartnäckig sein -, das war schon irgendwi witzig, muss ich sagen, und dann war ich einmal alleine ballern und hatte meine Armschutz nicht mitgenommen weil ich dachte, ich hab ja meine Stoffjacke an, aber oben wars mir dann zu warm und langer Rede kurzer Sinn, hier ist der andere blaue Fleck dieses Urlaubs: Klick (TW: Narben)), zuguterletzt habe ich dann noch einen Flaschengarten gemacht, nachdem ich den vom letzten Jahr versehentlich geröstet hatte (mein Mann war so lieb, mich beim Materialsuchen zu begleiten und irgendwann sahen wir ein Stück entfernt zwei andere Leute, die suchend am Boden rumguckten, und mein Mann kommentierte: „Guck, die suchen auch was— Aber die werfen das, was sie aufheben, gleich wieder weg? Hä?“ Ich dann so gelacht, weil die haben Boules gespielt und das war eine wirklich gute Beschreibung der Vorgänge. Von meinem Flaschengarten selber war er dann nicht so überzeugt und meinte, der sähe aus, als wäre das nur Müll vom Waldboden, was aber ebenfalls eine gute Beschreibung ist, von daher konnte ich das dann so stehen lassen.)

Ich glaube, das ist mit sehr viel Abstand der längste Satz, den ich jemals geschrieben habe. Dieser Umstand erfüllt mich nicht mit Stolz, aber was solls.

Demnächst mehr.