Wie man einen Plot ausbaut

/ Januar 6, 2013/ Plot und Szenen, Schreibtipps/ 4Kommentare

Ich habe vor einer Weile einen ziemlich ausführlichen Artikel darüber gepostet, wie ich die Episode rund um den Bildhauer ausgearbeitet habe. Der ist notwendigerweise ziemlich konkret und spezifisch, und daher so alleine nicht ungedingt hilfreich.
Als mir dann heute auch noch eine weitere mail von Heike Noll in den Posteingang flatterte, mit der Bitte um Unterstützung bei der Plotausarbeitung, dachte ich mir: „Oh shit, ja, da hatte ich doch vor Ewigkeiten schon einen allgemeinen Artikel zu schreiben wollen!“
Naja. Da bin ich nun. Und schreibe einen Artikel dazu.

Ich werde zur Demonstration Beispiele aus meinen eigenen Arbeiten verwenden – ‚Das Kunstwerk‘ und ‚Mein Herr und Meister‘ – weil ich da die meisten Einsicht habe; außerdem eignen sich ein paar Sachen aus der überraschend großartigen Serie ‚The Vampire Diaries‘, um ein paar Punkte zu verdeutlichen. Ganz zum Schluss hänge ich dann als weiteres konkretes Beispiel noch die Zusammenarbeit mit Heike hintendran, die ich vor Ewigkeiten als Anlass für diesen Artikel hatte nehmen wollen.

Und nun kommt eine Liste, die eigentlich nur aus einem einzigen Item besteht – „Wie kommt es dazu?“. Da dieses Item aber viele Facetten hat, die sich auch nicht unbedingt beim ersten Nachdenken erschließen, blas ich das ganze mal ein bisschen auf: (Ach so, Spoileralarm wegen ‚The Vampire Diaries‘)< 1. Wie kommt es zu: Situationen
Ich stelle immer wieder fest, wie wichtig es ist, eine Geschichte nicht als isoliertes Ereignis mit Anfang, Mitte und Ende zu verstehen. Viele Geschichten sind zwar ‚rückwärtsgerichtet‘ – drehen sich also darum, Ereignisse aus der Vergangenheit zu ergründen, Rätsel zu lösen, uralte Pläne zu erfüllen/verhindern – aber eben nicht alle.
Und wenn der Plot ‚vorwärtsgerichtet‘ ist – es also darum geht, ein unerwartetes Ereignis zu bewältigen, das von außerhalb des Lebens des Hauptcharakters in dieses eindringt (hier wäre ‚Das Kunstwerk‘ ein Beispiel) – vergisst man leicht, dass auch die Geschichte vor der eigentlichen Geschichte voll von relevanten, erzählenswerten Dingen stecken kann, die man strategisch geschickt platziert in Rückblicken oder Gesprächen einbringen kann. Spannung kann an dieser Stelle durch das nachträgliche Erklären zuerst noch unverständlicher Verhaltensweisen oder das Einbringen konfliktträchtiger Informationen gut moduliert werden, die Sympathien für einen Charakter gestärkt oder geschmälert usw.

Konkrete Fragen, die wir uns stellen können:
Wie kam es zu der Situation, in der sich der Charakter befindet, wenn die eigentliche Geschichte losgeht?
Was waren die Ziele, Absichten, Hoffnungen, Wünsche, Beziehungen, Ängste, Tagträume usw. unserer Heldin bevor die Veränderung eintrat, und warum waren sie so? Wie kam es dazu, dass unsere Heldin genau so und nicht anders geworden ist? Mit welchen Aspekten ihres Lebens kollidiert das unerwartete Ereignis, das die eigentliche Geschichte lostritt? In welchen aktiven oder latenten Konflikten steckt sie zu diesem Zeitpunkt? Welches Gepäck bringt sie mit in die Geschichte?
Das Klischee „Ich war ein völlig normales, langweiliges Mädchen, bis ich plötzlich feststellte, dass ich eine Hexe/Thronerbin/die Zahnfee bin/die Zombie-Apokalypse hereinbrach“ wird gerne erzählt, weil es unser aller Phantasie befriedigt, aus unserem drögen, geregelten Alltagseben in etwas völlig neues, mit anderen, unterhaltsameren, wichtigeren Problemen gerissen zu werden und etwas ‚besonderes‘ zu sein – am besten noch ohne dazu erstmal irgend etwas leisten zu müssen.
Aber selbst, wenn unser Charakter nach Hogwarts aufbricht (ohne dabei Harry höchstpersönlich zu sein), ist er der, der er ist, weil er das ganze ‚Vorher‘-Leben gelebt, Konflikte bewältigt, Beziehungen geschmiedet, Fehler gemacht, Erfolge erlebt usw. hat.
Niemand betritt als leeres Blatt die Bühne, und niemand kann einfach so sämtliche sachlichen und emotionalen Verbindungen zu seinem ‚Vorher‘-Leben kappen.
Es ist auch niemand so langweilig, wie es das Klischee aussehen lassen will. Klar, ein Charakter kann ’normal‘ und ‚durchschnittlich‘ sein, aber auch das sind weite Begriffe. Ein ’normales‘ Innenleben, ’normale‘ Hobbies, ’normale‘ Beziehungen sind voller Ereignisse und vor allem voller Relevanz für den Charakter, der sie erlebt, für sein Verhaltensrepertoire, seine emotionalen Kompetenzen, seinen Beziehungsstil, seine Erwartungen, seine Stärken und Schwachpunkte, die allesamt sehr wichtig für das ‚Nachher‘-Leben sind.

Wie kam es zu dem Ereignis, das alles verändert hat?
Etwas dringt von außen in das Leben des Charakters ein. Dieses Ereignis hat ebenso vielschichtige Ursachen und Gründe – vor allem, wenn es in Form einer Person und/oder einer Beziehung eintritt. Die Frage, wie es zu der Situation kam, stellt sich also nicht nur für Haupt-, sondern auch für Nebencharaktere.
Und an dieser Stelle liegt unglaublich viel erzählerisches Potenzial – sobald man sich mal für fünf Minuten vorstellt, dieser oder jener Nebencharakter wäre der eigentliche Hautpcharakter, und der tatsächliche Hauptcharakter wäre nur ein Nebencharakter in dessen Lebensgeschichte. Man muss allerdings aufpassen, dass man sich nicht zu sehr mitreißen lässt, und am Ende mit zehn Hautpcharakteren dasteht – was einer der (wenigen) erzählerischen Schwachpunkte von ‚The Vampire Diaries‘ ist – wenn so viel passiert, geht der Rote Faden der Geschichte verloren und die Signifikanz einzelner Ereignisse/Beziehungen verliert sich in der allgemeinen Wichtigkeit von Allem Was Sonst Noch So Passiert.

Merke: Situationen sind immer das Ergebnis eines Prozesses. Und tendenziell gilt: Je extremer die Situation, desto umfangreicher der Prozess, der sie herbeiführt.

2. Wie kommt es zu: Verhalten
Mir fällt immer wieder schonmal auf, dass ich Charaktere Dinge tun lasse, ohne wirklich wirklich zu erklären, wie es dazu kommt. Beispiel: Der Bildhauer macht Kunst aus Leichen. Aber warum???
Klar, es passt in das ganze Thema ‚Frauen spielen eine unglaublich wichtige Rolle in meinem Leben, und außerdem bin ich gruselig und gefährlich und auch irgendwie ganz schön gaga‘ hinein. Aber mal ganz im Ernst: Warum um alles in der Welt macht er sowas? Was hat er sich dabei gedacht? Wie hat sich dieses Verhalten angebahnt? Wie hat es sich über verschiedene Situationen hinweg entwickelt?

Die Antwort liegt sowohl im allgemeinen Prozess der psychischen Traumatisierung, die Ludwig sozial und emotional soweit isoliert hat, dass er überhaupt auf die Idee kommen konnte, Menschen für seine Kunst zu töten, als auch den spezifischen Prozess, wie er von der Eroberung des Lebensraums ‚Stadt‘ über mehrere Denkschritte hin zu der Inspiration für ein mehrteiliges Werk aus Leichen gelangt.

Konkrete Fragen, die wir uns stellen können:
Wie kommt der Charakter überhaupt auf die Idee, dieses oder jenes tun/erreichen zu wollen?
Was treibt seine Gedanken in diese oder jene Richtung? Was sagt sein Problemlösungsverhalten über ihn aus? Auf welchen Erfahrungen, welchen emotionalen/intellektuellen Kompetenzen/Schwächen, welchen Idealen, welchen Ängsten, Hoffnungen, Träumen baut sein Denken auf, und wie kommt es dazu, dass er diese Eigenschaften/Fähigkeiten hat oder nicht hat? Greift er auf eine Ausbildung zurück? Berufsethos? Unerfüllte Wünsche? Will er unbewusst etwas kompensieren? Folgt er eingefahrenen Mustern oder durchbricht er sie? Woher kommen all diese psychischen Strukturen?
Besonders interessant wird das ganze nochmal, wenn nicht nur einmalig aus einem Status quo heraus begründet wird, sondern die Begründung selbst einen Prozess durchläuft, weil der Charakter sich über Erfahrungen und Einsichten hinweg entwickelt. Wo anfangs z.B. ein Job nur des Geldes halber angenommen wurde, könnte sich nach und nach Begeisterung einstellen, Ideale gefunden, Träume entdeckt, Befriedigung empfunden werden, oder umgekehrt, etwas anfangs Begeisterndes stellt sich mit und mit als doch nicht das was die Heldin wollte/brauchte heraus.

Warum entscheidet sich der Charakter genau für diese Art und Weise, die Idee umzusetzen?
Ziele lassen sich auf verschiedenste Arten und Weisen erreichen. Mit System, mit brachialer Gewalt, mit Schmeicheleien, mit Vitamin B, mit Intrigen, mit brutaler Ehrlichkeit, mit Fingerspitzengefühl.
Der Bildhauer hätte auch täuschend echt wirkende Wachsfiguren verwenden können, aber er entscheidet sich für tote Menschen. Auch bei der Vorbereitung seiner Arbeit trifft er dutzende von Entscheidungen, hat Gefühle, Gedanken, löst Probleme, und all das kann mehr oder weniger ausführlich nicht nur erzählt, sondern historisch begründet werden, um sowohl mehr Seiten, als auch ‚mehr Bildhauer‘ zu erzeugen.

Merke: Ein Verhalten ist immer das Ergebnis eines Prozesses. Und tendenziell gilt: Je extremer das Verhalten, desto umfangreicher der Prozess.

3. Wie kommt es zu: Beziehungen
Aus Filmen sind wir es gewohnt, dass Beziehungen irgendwie vom Himmel fallen und sich der Plot dann nur noch darum dreht, das stalkerhafte Balzverhalten des Mannes zu glorifizieren und irgendwelche Missverständnisse oder Gleichungen des Schemas ‚Zeitdruck + unglücklicher Zufall = Spannung‘ aufzulösen.
Auch im Märchen haben wir das gerne. Schneewittchen, Dornröschen und ihr jeweiliger Prinz lernen sich erst nach dem rettenden Kuss – auf der Hochzeit – näher kennen, sind aber schon total verliebt. Ich frage mich, was für Parfum die Prinzen verwenden, dass die Damen immer gleich so auf sie fliegen, obwohl sie sie ungefragt geküsst haben, während sie ohnmächtig und unfähig zu Zustimmung oder Ablehnung waren.
Er: „Aber ich musste einen Fluch brechen!“
Sie: „Scheiß frauenfeindliche Hexen. Ach übrigens: Ich hab Lippenherpes. Und jetzt troll dich. Ich muss ne Hexe aufmischen.“
Rape Culture mal beiseite vergessen wir vor allem bei weniger zentralen Beziehungen – aber eben auch bei den zentralen – dass sich langfristige, tragende, emotionale Bindungen nicht innerhalb einer Szene oder einer Busfahrt mit Bombe bilden (ist das nicht ein Zitat aus ‚Speed‘: „Beziehungen, die in Extremsituationen entstehen, halten nie lange.“?). Sicher, man kann sich auf den ersten Blick ein bisschen verknallen, aber die Geschichte der Beziehung fängt an diesem Punkt gerade erst an. Ob zwei Menschen – oder die Heldin und ihr neuer Job/neues Hobby/neues Haustier/whatever – wirklich zueinander passen, können nur Konflikte und deren Bewältigung zeigen; und zusammenwachsen können Pärchen auch nur über gemeinsame Erlebnisse.

Konkrete Fragen, die wir uns stellen können:
Wie kommt es dazu, dass Charakter A mit Charakter B diese Art der Beziehung eingehen möchte?
Für die Romanze: ‚Er/Sie sieht so gut aus und ist so witzig und charmant‘ ist ein Grund, jemanden auch zur nächsten Party wieder einzuladen, aber es sagt nichts über die Passung zweier Individuen aus. Auch und vor allem romantische Beziehungen basieren auf Bedürfnissen, die der jeweils andere stillen kann. Diese Bedürfnisse können emotionaler, sozialer oder materieller Natur sein und resultieren – surprise, surprise – aus den Erfahrungen des ‚Vorher‘-Lebens aller beteiligten Charaktere.
Für professionelle Beziehungen gilt das gleiche: Was braucht Charakter A, das Charakter B hat, warum braucht A es, warum hat B es, und warum holt es sich A gerade von B und niemand anderem?

Ein wichtiger Punkt bei der Ausgestaltung von Beziehungen ist außerdem, dass der emotionale, soziale und materielle Status quo, in dem zwei Charaktere aufeinandertreffen, nicht unbedingt der sein muss, in dem beide schon wirklich zusammenfinden können/wollen/sollten.
Hierzu habe ich zwei Beispiele:

Erstens: In ‚Mein Herr und Meister‘ ist es so, dass Mia zu Anfang der Geschichte eine sehr verschlossene, ablehnende, bei Bedarf auch aggressive Person ist, die ihr Leben hasst. Erst nach und nach entdeckt sie in sich Bedürfnisse, die – z.B. – durch eine Beziehung mit Julian erfüllt werden könnten. Mit dieser Begründung lässt sich sich auf Julian ein.
Damit ist die Sache aber noch lange nicht erledigt; aufgrund ihrer Vorgeschichte ist Mia schlicht (noch) nicht in der Lage, eine funktionale romantische Beziehung zu führen. Was also wie ein Endpunkt aussieht – rom. Bez. aus Gründen etabliert -, ist in Wirklichkeit ein Startpunkt für neue Konflikte, über deren Lösung Mia nach und nach ihr Leben, ihre sonstigen Beziehungen, ihr Selbstbild usw. umstrukturiert, Julian nochmal ganz anders kennenlernt und die Fähigkeiten entwickelt, die sie braucht, um eine tatsächliche romantische Beziehung eingehen zu können.
Die Gründe für die Beziehung – und damit ihre Qualität – verändern sich über die Geschichte hinweg drastisch und auf allen Ebenen von Mias Charakter. Was sich wiederum auf Julian auswirkt, der auch seine Vorgeschichten, emotionalen Gepäckstücke und Bedingtheiten hat.

Zweitens: Beziehungsdrögheit ist einer der Schwachpunkt von ‚The Vampire Diaries‘. Die Beziehung zwischen Elaina und Stefan steht am Anfang auf genau den selben Füßen wie in Folge 30 oder sowas. Klar, es passiert zwischendurch ein bisschen was, aber mit jeder Krise wird lediglich die Stabilität des emotionalen Status quo getestet. Es entwickelt sich nichts neues.
Elaina/Stefan mag die unsterbliche Romanze sein, aber im Vergleich mit der ereignisreichen, wechselhaften, immer weiter wachsenden, sich bewegenden Beziehung zwischen Elaina und Damon ist sie todlangweilig, dröge und strenggenommen nicht mehr als ein notwendiger Plot-Point.
Elaina und Stefan passen zusammen, sind auf einer Wellenlänge und so emotional reif und erwachsen, dass es auf Dauer richtiggehend nervig wird. Damon hingegen ist am Anfang der Geschichte ein Arschloch, das nur durch seinen Charme und anderleuts emotionaler Anhänglichkeit überlebt; Elaina findet ihn scheiße, und das zurecht. Aber über die Erzählung hinweg verändert sich Damon; zwischen seinen grundlegenden, eher abartigen Charakterzügen und Einstellungen werden unerwartete Stärken und Verletzlichkeiten sichtbar, die immer mehr zum Tragen kommen. Elaina an sich verändert sich nicht, aber ihr Bild von Damon verändert sich mit ihm, und im gleichen Zug ändern sich auch ihre Gefühle für ihn, und die Qualität der Beziehung, die sie mit ihm haben kann und möchte.

Oh, und drittens, weil ich grad so drin bin, einer wirklich tollen Serie ihre Fehler vorzuhalten: Nicht jede einzelne Beziehung muss auf der Begründung „Ich will nicht alleine saaaahahahaaaaain!!!“ basieren. Das sage ich jetzt nicht nur, weil ich mich als überzeugte Eremitin dadurch negiert fühle. ‚Ich will nicht alleine sein‘ ist der Grund, warum Leute suboptimale Beziehungen eingehen und sich vom jeweils anderen alle mögliche Scheiße gefallen lassen. ‚Ich will meine Zeit mit dir – und niemand anderem – verbringen‘ ist der Grund für gelingende Beziehungen. Wenn man jemanden, mit dem man seine Zeit verbringen will, zufällig genau dann findet, wenn man auch ganz dringend nicht mehr alleine sein will, ist das ein erfreulicher Zufall, aber man muss es echt nicht überstrapazieren.

Merke: Eine Beziehung ist immer das Ergebnis eines Prozess. Tendenziell gilt: Je extremer und stärker die Beziehung, desto umfangreicher der Prozess.

Und zum Schluss:
Wie kam es dazu? – Kontext statt bloßer Begründung
Wenn man sich eine Geschichte als eine Art Gerüst vorstellt, in dem Ereignisse Plattformen sind, und Begründungen die Streben, die sie miteinander verbinden, kommt man nur so-und-so weit.
Die Begründung „Joanna spielt Cello weil ihre Mutter wollte, dass sie das tut, und es macht ihr schon auch Spaß“ ist eine Strebe. Eindimensional, funktional, ohne großartige Konsequenz und mit nur minimaler Aussagekraft über Joanna, ihre Mutter, das Cello und die Beziehung zwischen den dreien.
„Joanna spielt Cello, weil sie eigentlich Klavier spielen wollte, das aber nur durfte, wenn sie dazu auch noch Cello lernt, weil ihre Mutter nunmal will, dass sie verdammtnochmal Cello spielt, und dann stellte Joanna fest, dass sie am Cello viel besser ist als am Klavier und hat sich ins Cello verliebt und deshalb nicht wieder aufgehört, sobald sie 18 war, zuhause ausgezogen ist und ihre Mutter sie mal kreuzweise konnte, mag das Klavier aber immer noch und wünscht sich, sie hätte mehr Zeit zum Üben“ ist schon genug Stoff für eine Kurzgeschichte. Es beinhaltet mehrere Konflikte, sowohl zwischen Joanna, ihrer Mutter und den Instrumenten, als auch innerhalb von Joanna – weil sie das Cello schlucken muss, um zu kriegen, was sie will und dann auch noch aus Versehen voll gut an dem Instrument ist, das sie nur wegen ihrer gemeinen Ma überhaupt jemals angefasst hat.

Eine Begründung für eine Situation, ein Verhalten oder eine Beziehung verbindet diese also nicht nur mechanisch mit dem Rest der Geschichte, sondern macht sie zu einem organisch eingebetteten Teil des Großen Ganzen – einmal der Erzählung, und einmal des Lebens der jeweiligen Charaktere.

Und hier kommt das Beispiel von Heike – Danke, dass ichs verwenden darf! :)

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  • Hallo Tine,
    vielen Dank für die Anregungen, und dass du es hier nochmal genau dokumentiert hast, damit ich nachschauen kann, falls ich mal wieder feststecke. Der Plot hat nicht nur geholfen, dass das nächste Buch mehr Seiten hatte, er hat bewirkt, dass meine nachfolgenden Bücher spannender und umfangreicher wurden. Du bist eine hervorragende Fernlehrerin.

    Liebe Grüße
    Heike

    • tine

      :) Dankeschön!

  • Ich glaube die Checkliste muss ich für Elysion mal abarbeiten, dann komme ich vielleicht mit dem „Kapitel, das auf Kapiteln aufbaut, die es noch nicht gibt“ für die Brauchstpcke endlich weiter…ja das sollte so verwirrend sein, glaube ich!;-)
    Jedenfalls sehr nett erklärt!
    Schieb’s doch mal zu den Schreibhandwerkern, dann hat das auch mal wieder einen neuen Post nach 100Jahren!;-)

    • tine

      Oh, stimmt, da gabs ja auch noch so ein Forum :D Gute Idee. Wird gemacht.