Kunst: Geldverbrennung mit Niveau

/ Mai 6, 2012

Ich gucke gerade eine Doku über Kunsttransporte auf arte.
Es ist echt unglaublich, wieviel Geld da im Klo runtergespült wird. Ganz im Ernst, kein vom Menschen geschaffenes Ding, dessen einzige Funktion ist, an einer Wand zu hängen/in einem Raum rumzustehen und angeglotzt zu werden, kann millionen von Dollar wert sein! Das ist doch absurd ohne Ende.
Man stelle sich vor, die Leute würden die Kohle, anstatt sie aus Jux zu verbrennen – aka in Kunstwerken anzulegen – in nachhaltige soziale und wissenschaftliche Projekte investieren.

Ohne Kunst* wäre die Welt besser dran.

Realistisch gesehen würden die Leute die freigewordene Kohle aber eher für andere Statusobjekte ausgeben. Dann was will ich mit humanistischem Verhalten, wenn ich mir mit Goldstaub den Arsch pudern kann?

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*ohne die pekuniäre Überhöhung von Kunst; nicht ohne Kunst als Ausdrucksmittel.
Danke, Ehemann, für diese Korrektur ;)

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2 Kommentare
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^Ela^
10 Jahre zuvor

Ich stimme dir prinzipiell zu, dass Millionen von Euro/Dollar in Kindergärten oder Altenheimen oder Tierschutzprogrammen sicherlich besser augehoben wären, als in Markennamen (berühmte Künstler sind auch nur eine Form von Label;), genauso, wie es meiner Meinung nach besser wäre jeder Krankenschwester 50.000€ im Jahr zu zahlen, statt einer Handvoll Spitzenfußballern 100Millionen im Jahr.

Trotzdem finde ich Kunst als Ausdrucksmittel hat eine solche Lebensberechtigung, dass ich den Satz sogar noch weiter verallgemeinern würde: Ohne Statussymbole wäre die Wlet besser dran….
Es geht ja nicht darum, dass, wenn es keine Kunstwerke gäbe, Menschen nicht soviel Geld dafür ausgeben könnten. Dasselbe Geld würden dieselben Menschen dann eben für Autos, Designerkleidung, unnötige Chirurgie oder goldgepuderte Currywürste ausgeben – alles Dinge deren Marktwert in keinem Zusammenhang mehr mit dem eigentlich Materialwert steht, die aber einen scheinbar in 95% der Menschheit eingebauten Minderwertigkeitskomplex kompensieren sollen.

Also könnte man auch sagen: Ohne Minderwertigkeitskomplexe wäre die Welt besser dran…und dann sind wir wieder bei „Dingen, die niemals eintreffen werden“…;)