Sie wurden, was sie sahen

/ Juli 15, 2012

Das neuste Video von Vi Hart drüben auf youtube enthält weise Worte aus Edmund Carpenters „They became what they beheld„, die ich mal auf deutsch übersetzen möchte:

Wenn man sich an ein Publikum wendet, akzeptiert man die grundlegenden Erwartungen, die dieses Publikum vereinen. Man streift sich das Publikum über und wiederholt die Klischees, an die es gewöhnt ist. Künstler richten sich jedoch nicht an ein Publikum; Künstler erzeugen ein Publikum. Sie führen laute Selbstgespräche, und wenn ihre Worte Wert und Gewicht haben, werden andere sie hören und von ihnen berührt werden.

Ist eine relativ optimistische Sichtweise, aber gut. Die Siebziger halt.

Vi Hart fasst den weiteren Text zusammen:

Das Erreichen eines breiten Publikums ist es nicht wert, die eigenen Inhalte zu opfern. Es ist besser, wenn deine Aussagen klar und deutlich von einem kleinen Publikum gehört werden, als dass eine verzerrte, zerstückelte Version davon ein breites Publikum erreicht. (…)
Wenn du Standards und Klischees verwendest, werden dich vielleicht mehr Menschen hören, aber das, was du eigentlich sagen willst, wird verloren gehen.

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2 Kommentare

  1. Witzig, Joss Whedon hat grade ein Statement zum Thema erzählen abgegeben (auch wenn er sich dabei auf das Audio-Visuelle Medium bezog), das die Sache genau von der anderen Seite aufzäumt:
    „When you watch a good movie — i’m assuming this happens to everyone else as well — you feel like you’re in that world… You’re there. When you’re telling a story you’re trying to connect two people in a particular way. It’s not just about what you want to say, its about inviting them into a world…“

    Damit nagelt er eigentlich auch meinen Take zum Thema Story-Telling Strukturen: „wenn Du gut genug erzählst, wirst Du die Leute in Deine Welt ziehen“.

    *rant start*
    Sieht man ja auch gerne mal an Filmen, die jetzt als Genre-Größen gefeiert werden, zu ihrer Entstehungszeit aber mit allem gebrochen haben was gerade als machbar/verkaufbar galt – und dann trotzdem zum großen Hit wurden, weil die Leute die GESCHICHTE TOLL FANDEN.
    Oder im Gegenstück: mit zig Millionen gehypte so called Blockbuster, die zwar alle Elemente, die sich grad „gut verkaufen“ sollen irgendwie zusammen schustern – aber kein Geld mehr für nen vernünftigen Story-writer an Broad hatten… Hab schon mehr als eine DVD unbeendet ausem Player genommen, weil ich mir dachte „Geile Special Effencts u übertriebene Gewaltdarstellungen können einfach nicht über die fehlende zugrundelegende Geschichte hinwegtäuschen. Hinfort!“. (Was manchmal total Schade ist, wenn dem zugrunde ne orginelle Idee lag, die dann als Kanonenfutter verheizt wird…)
    *rant stop*

    Anyway, was ich noch sagen wollte: Long time no read, so hi mal wieder, Tine! Seite is hübsch geworden :) .
    Grüße!

    PS written in a hurry before work – wer fehler findet darf sie ausschneiden u behalten

    1. Hey, ist das schön, von dir zu hören! :) Da muss ich doch gleich ne mail hinterherschießen. Aber erst antworte ich dir.

      Was du da erzählst… Ja. Und es ist manchmal wirklich super schade.
      Das witzige ist, dass es mindestens einen Film gibt, der großartig erzählt ist, aber das nur durch Zufall. Ich meine ‚Donnie Darko‘ – sollt ich vielleicht auch mal nen Artikel zu schreiben. Ich hab das Buch zum Film (also, die Doku, sozusagen), und was Schreiber und Darsteller über den Entstehungsprozess vom Stapel lassen, hat mich mehr als einmal die Hand an die Stirn klatschen lassen. Alles, wirklich alles, was diesen Film in meinen Augen so großartig macht, ist rein zufällig entstanden, während die nichtsahnenden, auf billige Effekte bedachten Macher lediglich Schnapsideen aneinandergereiht haben.
      Ich war sowas von desillusioniert, nachdem ich das Buch gelesen hatte :)))

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