Kuwe-Änderungen 02.0: Kopf -> Wand

/ November 28, 2011/ Das Prinzip der Schönheit, Meine Schreibe und ich/ 0Kommentare

Es ist schon komisch. Mir ist eigentlich seit Ewigkeiten klar, dass ich diese Stelle hier:
Und als sich die Frau schließlich in seine Richtung dreht, weiß er mit absoluter Sicherheit, dass seine Suche beendet ist.
… auf gar keinen Fall so stehen lassen kann. Ich meine, ich mache im Satz davor klar, dass es ihm super wichtig ist, gewissenhaft zu sein, genau zu prüfen, genau zu vergleichen… und dann reicht ein Blick und er sagt „Dat isse!“?
Ich meine, ja, auf den zitierten Satz oben folgt nochmal eine Aufzählung all der Kriterien, die Joannas Gesicht aufgrund irgend eines absolut bekloppt unwahrscheinlichen Zufalls erfüllt, aber eben erst danach. Bei Denk- und Erkenntnisprozessen ist die Reihenfolge der Schilderung wichtig, denn sonst kann der Leser sie nicht nachvollziehen. Und ich Unfähige dreh sie an so einer wichtigen Stelle um.
Das hab ich mir auch bei jedem Drüberlesen gedacht, aber hab ichs geändert? Nope. Und fragt mich nicht warum. Ich hab absolut. keine. Ahnung.

Na wie dem auch sei. Jetzt nehm ich mir die Stelle endlich mal zur Brust.

Das wars auch schon. Tralla.

EDIT: Rohentwurf. Mal gucken, was ich morgen früh davon halte…
Und kaum hat sich die Frau in seine Richtung gedreht, mustert er ihr Gesicht so eindringlich, als versuchte er, bis auf ihre Knochen hinunter zu blicken.
In seinem Geist ist ihr Körper erst nur ein geometrisches Konstrukt aus Längen, Winkeln, Radien und Kurvenverläufen, die verglichen werden wollen. Eine blanke Abstraktion ohne Identität. Doch je länger er sie betrachtet, und je klarer er trotz aller erzwungener Zurückhaltung *sie* in diesen Formen zu erkennen glaubt, desto konkreter und realer erscheint ihm das, was er da sieht.
Er beginnt, ihre Farben zu studieren, folgt ihren Bewegungen mit dem Blick, denn so kurz vor dem Ziel hat er es auf einmal nicht mehr eilig, den seit dreißig Jahren herbeigesehnten Gedanken zu fassen. Erst als seine Betrachtung zu ihren Augen zurückkehrt und er darin den sanften und doch so lebhaften Ausdruck findet, den sie auf dem Papier über die Jahre entwickelt haben, schlägt die Erkenntnis ein. Alles stimmt, alles ist da, *sie* ist da, steht direkt vor ihm, in Fleisch und Blut!
Eine Woge der Erleichterung durchflutet seinen Körper, während er sich wieder hinter den Baum zurückzieht, und er spürt sich lächeln.

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