NaNoWriMo – Ein Honigmond für meine Muse und mich

/ Oktober 9, 2013/ Kurzprojekte, Meine Schreibe und ich/ 0Kommentare

Aber was, wenn ich gar keine heißen Getränke mag?

Aber was, wenn ich gar keine heißen Getränke mag?

Ich habe mich für den NaNoWriMo 2013 angemeldet.
Das bedeutet, dass ich allen Ernstes versuchen will, den gesamten November über mindestens 1667 Worte (aka ~4,5 meiner Standardseiten) pro Tag zu tippen, um am Ende stolz auf einen Rohentwurf im Umfang von 50.000 Worten zu blicken.

Wieso tue ich mir das an, wenn ich doch diese schreckliche Angst davor habe, dass meine Ideen nicht ausgereift genug sind, wenn ich anfange zu schreiben, oder dass meine Muse mit dem Küssen nicht hinterherkommt?

Antwort: Um mich zu zwingen, meine Arbeitsweise knallhart an meine neue Realität anzupassen, in der musisches Kusstempo etwas ist, das zu 99% ich vorgebe.

Das bedeutet aber nicht, dass ich auf einmal Extreme Pantsing* veranstalten werde, ganz im Gegenteil.
In meinen Morgenschrieben entwickle ich für den Rest des Oktobers einen möglichst detaillierten Plot mit möglichst detaillierten Charakteren und erledige so viel wie möglich meiner Recherche (alles, was bis zum 31.10. nicht recherchiert ist, wird erst im Dezember nachgeholt; Platzhalter sind der_s WriMo beste Freunde). Idealerweise hätte ich mit all dem schon im September angefangen (so scheint es Usus unter nicht-pantsenden WriMos zu sein *fuckyeahinsiderlingo*) aber so müssen halt drei Wochen reichen.
Drei Wochen, um einen kompletten Plot und Charas zu entwickeln… Vor knapp zwei Wochen hätt ich da noch drüber gelacht. Aber vor knapp zwei Wochen hätt ich mich auch nicht jeden Tag hingesetzt und meine Muse durchgeknuddelt.
Hier sind die Plot-, Charakter- und Hintergrundnotizen, die ich seit dem 5.10. geschrieben habe (die fette Katze verdeckt 1,3 vollgeschriebene Seiten):

Pappe, Papier, Paco

Pappe, Papier, Paco

Was mich gerade vollends davon überzeugt, dass es auch für mich möglich sein könnte, einen NaNoWriMo zu ‚gewinnen‘, sind drei Dinge.

Erstens folgende (von mir grob ins Deutsche übertragene) Perle der Weisheit aus den FAQs:

Wenn dir die Charaktere abhauen und der Plot aus den Fugen gerät, mach einfach eine Klammer drum, schreib ‚Alles in der Klammer ist Mist‘ drunter und geh zurück an einen Punkt bevor du angefangen hast, Unsinn zu schreiben.

Und es ist ja wirklich so. Schreib ich eben mal Mist. Fällt mir eben später noch was ein, das ich weiter vorne einbauen muss – so gehts mir doch sowieso immer!

Zweitens gibts noch diese kleine Wahrheit hier:
Wenn ich eine sauber durchgeplante Szene habe, war ich schon immer in der Lage, mal eben vier Seiten runterzureißen, ohne es zu merken. Und die vier Seiten sind dann auch noch gut.

Und drittens muss ich mich beim Schreiben an nichts halten. Keine Reihenfolge, nichts muss ausgereift sein, wenn mir nichts einfällt, springe ich in der Szene vorwärts und ergänze an einem anderen Tag, was ich ausgelassen habe.

Als Übung zur Entwicklung der Geschichte plane ich, ein paar Exposés zu schreiben. Oder besser gesagt, ein paar schluderige, stream-of-consciousness-mäßige Zusammenfassungen, in denen ich meine Gedanken sortiere. Mal sehen, ob ichs tatsächlich mache…
Einen Pitch hab ich aber schon:
PIA 2.0 ist die Geschichte einer Frau, die erfährt, dass sie ein Roboter ist, geschaffen, um der Singularität ein menschliches Gesicht zu geben.
Ganz am Ende hätte ich die Möglichkeit, ein riesiges kybernetisches Spinnenmonster aus dem Betonsarkopharg über dem Tchernobyl-Reaktor hervorbrechen und sich in einen epischen Kampf gegen die Menschheit schmeißen zu lassen. Aber das wäre glaub ich zu langweilig.
(Ja, ich wage mich mit der Geschichte in einen Bereich vor, mit dem ich mich bisher noch nie so wirklich beschäftigt habe (Schizo zählt nicht). Was kann das bedeuten? O.O DESASTER! Oder ich recherchier mal das Genre.
*recherchier*
Okay, das kann ich.)

Ich hab zur Vorbereitung einen zweiten User auf meinem Rechner angelegt, für den außer FocusWriter, Stechuhr, Wuala-Backup und Drone-Music nichts funktioniert. Im Doc sind nur die vier Programme, die Menüleiste ist fast leer, der Schreibtisch komplett, in der Seitenleiste vom Finder steht nur der Ordner mit meinem einen Arbeitsfile, die Systemfarben sind ein bisschen anders, damit ich immer weiß, dass ich grad anders arbeiten soll als ich es gewohnt bin… Ich bin mal gespannt, ob es hilft.
In meinem Arbeitsfile hab ich auch schon Kapitel angelegt mit dem jeweiligen Gesamtwordcount, den ich abends erreicht haben will, als Überschrift. Das sind 62 ‚Worte‘, die ich abziehen muss.

Ich bin ja soooo gespannt o.o

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* Pantsing ist entdeckendes Schreiben, weil man sich da auf den Hosenboden setzt (engl. ‚pants‘ = Hose) und ohne großartige Vorbereitung losschreibt.

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