Porno-Bookmarks. Anlässlich eines Spam-Kommentars…

/ Oktober 8, 2011/ Meine Schreibe und ich, Nicht-Hauptprojekte/ 0Kommentare

Ja, ich habe tatsächlich schon Kommentare bekommen hier. Ganze vier Stück, oho. Zwei davon sind eindeutig Spam; einer ist Porno-Spam. Und da dachte ich mir, erzähl ich doch mal von meinen Porno-Bookmarks.
Ja, ich habe einen Ordner mit Porno-Bookmarks – ein Unterordner meines Rechercheordners für ‚Mein Herr und Meister‘. Und, ja, auf jeden aufgespürten brauchbaren Porno-Clip kommen ungefähr 30 Clips, die nicht brauchbar waren, die ich mir aber trotzdem ansehen musste, um eben das festzustellen.

Wonach habe ich bei dieser Recherche Ausschau gehalten?
Gute Frage.
Interaktion vor allem, denke ich. Interaktion zwischen Top und Bottom; die verschiedenen Dominanz- und Submissionsstile, bzw. die Variation, die man in die Rolle des Top und des Bottom einbauen kann und wie diese Variationen aufeinander abgestimmt werden können oder müssen; inwiefern der formelle Rahmen der Top-Bottom-Interaktion während einer Scene erkennbar war, bzw. wie die SSC-Regeln überhaupt in die Scene eingebunden wurden; Scene-Gestaltung natürlich, also auf welche Aspekte der Interaktion man wie einen Fokus richten kann; welche Möglichkeiten der Top hat, Signale des Bottom zu würdigen oder zu ignorieren (außerhalb von Safewords).
Ein zweiter Punkt waren Anregungen für die Verwirklichung von Bondage und Sadismus, also, Beispiele für die vielen Arten, auf die ich einen Bottom fesseln und ihm weh tun kann. Worauf kann ein Top oder Bottom stehen? Wie äußert sich das und wie kann ich es in den Fluss einer Scene einbauen?
Dritter Punkt sind natürlich No-Nos. Also, was will ich auf keinen Fall in meinen kinkigen Szenen drin haben. Wie soll Julian auf keinen Fall rüberkommen, wie soll Mia auf keinen Fall wirken, und wie kann ich sowas verwenden, um Konflikte zu verwirklichen.

Manche Clips, vor allem die, die mit Kink.com zu tun haben, haben ein kurzes Interview mit den Darstellern am Ende, die fand ich immer sehr aufschlussreich. Erfreulicherweise findet sich auf der Seite ein ziemliches Dorado an Interviews und Behind-the-Scenes, das auch schon auf meiner Rechercheliste steht. Wonach ich jetzt außerdem noch suche, ist ein Ansatzpunkt, um abschätzen zu können, was authentisch und was überspitzt, gespielt, inszeniert usw. ist.
Vor allem als Frau – denke ich – ist einem ein ziemliches Misstrauen Porno gegenüber anerzogen. Frau soll sowas erniedrigend finden und es für unmöglich halten, dass es Frauen gibt, die genau so viel Spaß an Sportficken haben wie Männer. Aber warum sollte es nicht? Warum sollten Frauen gerade in dem Punkt fundamental verschieden von Männern sein? Warum soll eine Frau ihre Sexualität nicht nehmen und zum Hobby machen können? Warum soll eine Frau nicht in der Lage sein, auf der einen Seite eine Liebesbeziehung und auf der anderen Seite guten Sex mit vielen verschiedenen Leuten zu haben? Warum sollte eine Frau es nicht als Kompliment empfinden dürfen, wenn eine Horde Kerle im Kreis um sie steht, und jeder von diesen Kerlen findet sie erotisch und erregend und wichst sich eins? Warum sollte eine Frau männliche Sexualität als abstoßend erleben müssen? Warum sollte es überhaupt eine Dichotomie von ‚männlicher‘ und ‚weiblicher‘ Sexualität geben? Warum können nicht beide Geschlechter Elemente von beiden ‚Arten‘ in sich vereinen? Und wenn eine Frau so frei sein kann, ihre Sexualität als Hobby zu praktizieren, warum sollten Frauen, die das für sich persönlich nicht wollen, das Recht haben, diese Frau als Flittchen abzustempeln? Das reproduziert doch nur die Denke, dass Sexualität etwas ist, mit dem frau nicht frei und selbstbestimmt spielen kann, sondern das einem einzelnen anderen Menschen zu gehören hat. Sicher, frau muss aus Selbstrespekt wählerisch sein, aber wie eng oder weit frau ihre Kriterien steckt, ist doch immer noch jeder selbst überlassen.
Sexualität ist kein Fremdeigentum. Sie ist Teil der Persönlichkeit und Entscheidungen über die eigene Sexualität sollten wie alle anderen im Rahmen der Persönlichkeitsrechte getroffenen Entscheidungen respektiert werden.

Irgendwann schreib ich da mal ein Essay drüber oder sowas.
Naja, wie auch immer.

Bei all dieser Recherche habe ich festgestellt, dass Pornos gucken irgendwie merkwürdig ist; zumindest wenn man es nicht aus Geilheit, sondern zum Zwecke der Recherche tut. Irgendwann stellt man – oder stellte ich – fest, dass einen ein und das selbe Geschehen (aka einer der vielen standardisierten Vögelplots) am einen Tag interessieren, am andern Tag anwidern und an noch einem anderen Tag völlig unbeeindruckt lassen kann. Es gibt mindestens einen Porno da draußen, bei dessen Betrachtung ich 90% der Zeit irre gekichert habe. Es gibt erstaunlich viele Pornos, bei denen ich dachte ‚Nein, das macht dich jetzt nicht an, neiiiin. Nein, neinnnnnäh…‘ Ich habe eine Lieblingsdarstellerin; wenn ich sie in einem Still erkennen, guck ich mir den Clip aus Prinzip an. Ich hab eine Domme gesehen, die ich so supi und sympathisch finde, dass ich sie zu Stellas Patin erkoren habe und dann ein bisschen verzweifelt bin, weil ich ums Verrecken nicht rausfinden konnte, wie die Frau heißt.
Es gibt Pornos, die sind einfach immer widerlich, was aber überraschenderweise nicht auf den Großteil der Clips zutraf, die ich mir angeguckt habe. Schwule Pornos find ich immer irgendwie niedlich, egal welches Subgenre. Lesbische Pornos find ich entweder super oder merkwürdig, nix dazwischen. Uhmmmm… Ach ja, Female Bukkake ist zum Quieken. Sehr, sehr strange.

Naja, soviel dazu.

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